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2008
Richard Goll
Helmut Kopetzky
Alfred Koch
Margot Overath
Paul Kohl
Friedrich Schütze-Quest
Alfred Treiber

Richard Goll

 

Das österreichische Autoren-Duo Richard Goll (65) und Alfred Treiber (66) hat am Donnerstagabend den mit 10.000 Euro dotierten “Axel-Eggebrecht-Preis” 2010 der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig erhalten. Die beiden Radiopioniere nahmen die Auszeichnung aus den Händen von Andreas Koch, Vorstandsmitglied der Sparkasse Leipzig, entgegen Koch zitierte den Namenspatron des Preises, der das Wesen des Features in der Fähigkeit des Autors begründet sah, sein Thema zu kennen und zu lieben: “Mit Richard Goll und Alfred Treiber ehren wir heute zwei ganz Große dieses Genres, die den hohen Anspruch Eggebrechts perfekt in ihrer Arbeit leben und umsetzen”, sagte Koch. Die Laudatio hielt mit Peter Leonhard Braun eine weitere Feature-Größe, die mit der Arbeit des Duos Goll/Treiber seit den 1970er Jahren eng vertraut ist. “Was ich bei den beiden am meisten bewundere, ist ihre Furchtlosigkeit, dieses keine Angst vor Menschen oder Obrigkeiten haben, der kalte und harte Blick für die Wirksamkeit eines Programms und das heiße Herz für die Sache”, sagte Braun. “Diese Kombination hat man fast nie.” Selbst im internationalen Vergleich sei das beispiellos. Braun dankte auch dem Engagement der Medienstiftung. Radio-Pioniere wie Richard Goll und Alfred Treiber auszuzeichnen, die europäische Radiogeschichte geschrieben haben, stehe Leipzig gut an. Die Preisträger schilderten ihren Einsatz für das Feature als langen Weg durch die Instanzen des ORF, der von zähen Kämpfen geprägt gewesen sei. Dabei habe man auch von den Erfahrungen und der Unterstützung der Kollegen in der Bundesrepublik profitiert: “Ohne die deutsche Entwicklungshilfe wäre vieles ein wenig anders gekommen”, sagte Treiber. “Die Tatsache, im Namen von Axel Eggebrecht gepreist zu werden, ist deshalb für uns etwas Außergewöhnliches.” Der “Axel-Eggebrecht-Preis” wird seit dem Jahr 2008 im jährlichen Wechsel mit dem “Günter-Eich-Preis” verliehen, der das Lebenswerk von Hörspielautorinnen und -autoren würdigt. Der Preisjury gehörten in diesem Jahr neben Braun der Axel-Eggebrecht-Preisträger des Jahres 2008, Helmut Kopetzky, Dr. Peter Klein (Wien, Leiter der Abteilung Literatur, Hörspiel und Feature im ORF), Heinz Klunker (Berlin, Feature-Chef Deutschlandfunk 1977-1997) sowie Linde Rotta (Leipzig, Freie Autorin, Initiatorin der Leipziger Schreibwerkstatt Radio) an. Die Jury hatte sich mit einem außerordentlich starken Wettbewerbsfeld auseinander zu setzen. Ihr lagen die Gesamtwerke von 11 Kandidatinnen und Kandidaten vor, vorgeschlagen von ARD, dem ORF und dem Verband Deutscher Schriftsteller. Obwohl die Gewichtigkeit der Kandidaturen der Jury gestattet hätte, den Lebenswerk-Preis gleich fünf Mal zu vergeben, entschied sie sich einstimmig für die rundfunkhistorische Leistung von Richard Goll und Alfred Treiber. Mehr als 100 Features weist das Werkverzeichnis von Richard Goll und Alfred Treiber aus. Sie wurden national und international ausgezeichnet, gründeten im ORF die Feature-Redaktion und begannen alsbald, überall in Österreich potentielle Mitstreiter zu rekrutieren und auszubilden. Heute, nach 30 Jahren Programmarbeit, zählen die Features zu den Flaggschiffen des Kultursenders Österreich 1. Der “Axel-Eggebrecht-Preis” wird in Kooperation mit MDR Figaro vergeben. Das Kultur-Radio des Mitteldeutschen Rundfunks strahlt am Sonntag, 31. Januar um 11.05 Uhr eine Aufzeichnung der Preisverleihung auf dem Leipziger Mediencampus aus.

Helmut Kopetzky

 

Leipzig, den 3. Oktober 2007. Der für 2008 erstmals ausgeschriebene “Axel-Eggebrecht-Preis” geht an den in Fulda lebenden Featureautor Helmut Kopetzky. Die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig verleiht jährlich im Wechsel mit dem “Günter-Eich-Preis” den mit 10.000 Euro dotierten Preis für das Lebenswerk von Autorinnen und Autoren, die mit ihrer Arbeit das Genre Hörfunk-Feature reich und lebendig erhalten. Der “Günter-Eich-Preis” für das Hörspiel wurde erstmals 2007 an den Hörspiel-Autor Alfred Behrens verliehen. Die öffentliche Verleihung des ersten “Axel-Eggebrecht-Preises” wird am 3. Februar 2008 im Rahmen der Schreibwerkstatt Radio-Feature im Mediencampus der Sparkassenstiftung am Leipziger Poetenweg 28 stattfinden. Der in Leipzig geborene und aufgewachsene Namenspatron des Preises, der Schriftsteller und Publizist Axel Eggebrecht (1899-1991), wirkte nach dem Ende des Dritten Reiches am Wiederaufbau des Deutschen Rundfunks prägend mit und war Massstäbe setzend am Siegeszug für die damals neue Programmform vom Hamburger NWDR aus beteiligt. Er ist einer der grossen Männer des deutschen Features und deshalb ein fordernder Name für die allererste Vergabe des “Axel-Eggebrecht-Preises” für das Lebenswerk eines Radiomenschen. Der Vorstandsvorsitzende der Medienstiftung und Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Leipzig, Dr. Harald Langenfeld betrachtet die Preisvergabe nicht nur als wichtiges Zeichen für die weitere Positionierung des Medienstandortes Leipzig sondern auch als Signal, dass die Sparkasse Leipzig sich trotz notwendiger Restrukturierungsmassnahmen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst ist. “Es gibt kaum vergleichbare Förderungen in diesem Metier und deshalb werden unsere beiden, jährlich wechselnden Preise in Verbindung mit der “Schreibwerkstatt Radio” in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit dem Namen Leipzig verbunden. Das ist gut für den Ruf unserer Stadt und was gut ist für die Stadt, ist gut für uns alle.” Der Jury lagen 11 Kandidatinnen und Kandidaten vor, vorgeschlagen von ARD, Schweizer Rundfunk und dem Verband Deutscher Schriftsteller. Am stärksten überzeugte die Juroren das Oeuvre von Helmut Kopetzky. Sein Werkverzeichnis umfasst weit mehr als 100 Features und Dokumentationen und umspannt einen Zeitraum von 35 Jahren. Kopetzky, 1940 in Mährisch-Schönberg geboren, anfänglich als Journalist für Tageszeitungen u. a. in West-Berlin tätig, hat in seinen ab 1972 entstehenden Hörfunkarbeiten immer wieder heisse Eisen angepackt, sei es die “Friedensbewegung”, der “Raketensommer”, der Nationalsozialismus, der neu erstarkte christliche Fundamentalismus, das Schicksal der Sudetendeutschen, die Karriere der VR China, der Nahost-Konflikt oder die deutsche Wiedervereinigung. Die Moral seiner Sendungen bleibt nicht oberflächlich oder plakativ, sie ist persönliche Haltung. Deshalb erweist er sich in seinen gelungenen Produktionen als im besten Sinne subversiv. Dieses Rückgrat seiner Autorenexistenz wird ergänzt von großer formaler Begabung und dem Willen, sein Können und Wissen in Workshops auf allen Kontinenten weiterzugeben. Kopetzky ist ein treffsicherer Formulierer und farbig erzählender Radio-Mann mit exzellentem Spürsinn für relevante Themen, urteilte die Jury. Die Jury würdigte das Engagement der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig für das Hörfunk-Feature: “Zuallererst ist der Preisgeber zu loben. Die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig hat ihre aufmerksame Förderpolitik nun auch dem Radio zugewendet. Aus dem täglichen Ozean seines Programmangebots hat sich die Medienstiftung die wohl ehrgeizigste Sendeform dieses Mediums herausgesucht. Das Feature, sprich die Radiodokumentarsendung oder die akustische Kunstform der Information.” Neben dem Vorsitzenden Peter Leonhard Braun (RBB, PRIX EUROPA) gehörten Dr. Peter Klein (Leiter der Abteilung Feature, Feuilleton, Literatur und Hörspiel beim ORF, Wien), Heinz Klunker (Feature-Chef Deutschlandfunk 1977-1997) und Linde Rotta als Vertreterin der Medienstiftung Leipzig der Jury an.

Alfred Koch

Alfred Koch wurde 1957 in Graz geboren. Mit einem Umzug nach Wien 1976 begann Koch im Alter von 19 Jahren seine Radio-Arbeit, zunächst als Mitarbeiter der Jugendsendung "Musicbox" von Ö3. Nebenbei studierte er Philosophie, Geschichte und Logistik in Wien - ein Studium, das ihn in den 1980er Jahren zum "Mann, der uns Wittgenstein erklärt" beim Kultursender Ö1 macht. Ende der 1980er Jahre wird Koch Moderator und Autor der Sendereihe "Diagonal - Radio für Zeitgenossen" bei Ö1 und 1995 Mitglied der Featureredaktion des ORF. Koch ist Producer der Sendereihe "Tonspuren - Hörbilder zur Literatur".

Hier führt er als Redakteur und Autor das literarische Feature zu internationaler Beachtung - so wird sein Feature über Raymond Carver mit zahlreichen internationalen Adaptionen zum erfolgreichsten Feature des ORF. Seine Erfahrung als Feature-Autor gab und gibt Alfred Koch in Workshops an den Journalistennachwuchs weiter, bei mehreren Radio-Festivals engagierte er sich als Jury-Präsident. Alfred Koch wurde für zahlreiche Einzelarbeiten mit nationalen und internationalen Preisen gewürdigt.

Margot Overath

Die 1947 in Krefeld geborene Margot Overath absolvierte nach einer Banklehre und der Ausbildung zur Betriebswirtin ein Studium der Sozialwissenschaften. Ab 1980 war sie zunächst freie Mitarbeiterin verschiedener ARD-Sender, ab 1982 dann feste freie Mitarbeiterin bei Radio Bremen. Seit 1984 ist sie Radiofeature-Autorin, parallel von 1985 bis 1988 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Hamburger Institut für Sozialforschung. Zwischen 1996 und 1999 war Overath nebenberuflich als Dozentin der Journalisten-Ausbildung an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg tätig. Ihr journalistisches Werk umfasst unter anderem eine intensive Auseinandersetzung mit dem RAF-Terrorismus in Deutschland, die beispielsweise in Features über den RAF-Aussteiger Peter-Jürgen Boock (WDR, RB 1985) oder eine biografische Arbeit über Gudrun Ensslin (RBB, WDR, NDR 2005) mündeten und zeitgenössische ebenso wie historische Analysen wie “Ausweglos. Selbstmorde in Wendezeiten” (RB, SFB, DLF 1992), “Es ist schwer, damit zu leben. Vom Trauma namens Auschwitz” (RB 1994) oder “Todesmarsch. Die Evakuierung der Konzentrationslager von Januar bis Mai 1945.” (DRadio-Berlin, RB 1995). Vielfach geehrt wurde Margot Overath für ihre Features um den Asylbewerber Oury Jalloh aus Sierra Leone, der 2005 in Polizeigewahrsam in Dessau ums Leben kam. Als einzige Journalistin verfolgte Margot Overath die juristische Aufarbeitung des Todesfalls durch alle Instanzen und stellte die Ermittlungsergebnisse von Polizei und Staatsanwaltschaft in zwei Features (“Verbrannt in Polizeizelle Nummer fünf. Der Tod des Asylbewerbers Oury Jalloh in Dessau”, MDR, DLF, NDR 2010 sowie “Oury Jalloh. Die widersprüchlichen Wahrheiten eines Todesfalls”, MDR, WDR, NDR 2014) in Frage. Ihre Recherchen tragen dazu bei, dass inzwischen wegen Mordverdachts gegen Unbekannt ermittelt wird.

Paul Kohl

Paul Kohl, 1937 in Köln geboren, studierte von 1960 bis 1964 Theaterwissenschaften und Germanistik in Köln und Wien. Zwischen 1965 und 1970 arbeitete er als Autor und Übersetzer für verschiedene Rundfunkanstalten in Brüssel. Seit 1970 lebt Paul Kohl als Hörfunkautor in Berlin. Die Radio Arbeit Paul Kohls zeichnet sich vor allem durch erzählerisches Talent und thematische Weite aus. Seit Mitte der achtziger Jahre beschäftigt er sich mit historischen Themen (“Steh auf, es ist Krieg”. Vom Überfall auf die Sowjetunion, 1986), Biographien (Der Fall Herbert Häber. Vom Politbüro in die Psychiatrie, 1999), Themen der jüngsten Zeitgeschichte (Wer ermordete Alfred Herrhausen, 1997; Ground Zero New York, 2002) aber auch Ökologie (Strom vom eigenen Dach: Sonnenenergie, 1994) und allgemeine Kulturphänomene (Volles Rohr: Kampfbahn Autobahn, 1992) interessieren ihn. Dabei stellt Paul Kohl sich und die Schlüsse aus seinen tiefgehenden Recherchen nicht in den Vordergrund, sie dienen ihm lediglich als Basis seiner Fragen, die er beharrlich und beharrend formuliert. Aussagen und Argumente werden unaufgeregt in eine präzise Sprache gefasst, sorgfältig Gegenargumenten gegenübergestellt, und dramaturgisch geschickt verwoben. Dabei bleibt die Haltung des Autors zu seinem Thema nie verborgen. Der gedankliche Freiraum, der durch die sorgfältige Montage aller Elemente entsteht, lässt jedoch auch Platz für die eigene Meinungsbildung des Hörers, denn Paul Kohl will nicht “die Wahrheit” verkünden, er will durch Information aufklären. Paul Kohl ist auch Autor zahlreicher Bücher. Zu seinen Veröffentlichungen zählen u. a. “Fulda Gap. Die Militarisierung Deutschlands” (1984), “Schöne Grüße aus Minsk” (2011) oder “Nacht über Köln” (2011).

Friedrich Schütze-Quest

Eggebrecht-Preisträger Friedrich Schütze-Quest verstorben Die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig trauert um den am 1. September 2016 verstorbenen Journalisten Friedrich Schütze-Quest. “Friedrich Schütze-Quest war ein begnadeter Rechercheur, ein enthusiastischer Welterkunder und ein großartiger Geschichtenerzähler, den die Medienstiftung im Jahr 2012 völlig zurecht für sein Lebenswerk im Bereich des Radio-Features mit dem Axel-Eggebrecht-Preis ausgezeichnet hat”, erklärt Stephan Seeger, Geschäftsführender Vorstand der Medienstiftung und Direktor Stiftungen der Sparkasse Leipzig: “Wir haben ihn darüber hinaus als einen warmherzigen, immer neugierig bleibenden Menschen kennengelernt. Wir trauern um ihn und sprechen seinen Angehörigen unser tief empfundenes Beileid aus.” Friedrich Schütze-Quest, 1943 geboren, galt als einer der meistgereisten deutschen Journalisten. Zunächst als Reporter für den Westdeutschen und den Saarländischen Rundfunk tätig, wirkte er anschließend als ARD-Korrespondent in Australien und bis 1992 als Reise-Korrespondent für Südost-Asien. Anschließend arbeitete er als Freiberuflicher Radio-Autor, der von allen Kontinenten und aus etwa 60 Ländern berichtete, zuletzt insbesondere für MDR Kultur. Der Erfolg seiner Hörfunk-Sendungen zog in einigen Fällen Fernseh-Dokumentationen und eine Buchveröffentlichung nach sich. Bei der Verleihung des Axel-Eggebrecht-Preises der Medienstiftung würdigte der Juryvorsitzende Peter Leonhard Braun: “Ein Mann mit einer genialen Begabung zur Recherche. Das hast Du nicht oft – jemand, der in eine Situation eintritt und Menschen auslöst, die sich offenbaren, und die mit ihm sozusagen vertrauensvoll mitgehen. Und das Zweite, was mir immer mit Schütze-Quest sofort in die Erinnerung kommt, ist die Besessenheit. Das ist ein geborener Jäger.” http://www.leipziger-medienstiftung.de/wp-content/uploads/Sch%C3%BCtze-Quest_11-295x400.jpg
Friedrich Schütze-Quest (Jahrgang 1943) war Redakteur und Reporter beim Westdeutschen Rundfunk und beim Saarländischen Rundfunk und danach Hörfunk-Korrespondent in Australien und Asien. Heute arbeitet er als freier Autor für die ARD. In rund 60 Ländern – auf allen Kontinenten – war Schütze-Quest unterwegs; neben der Zeitfunk-Berichterstattung sind aus seinen oft monatelangen Recherchen überwiegend Hörfunk-Features für die ARD entstanden (die regelmäßig auch in Österreich und in der Schweiz gesendet wurden). In einigen Fällen führte der Erfolg der Hörfunk-Sendungen auch zu Fernseh-Dokumentationen des Autors, wie z. B. “Hallo Erde, hier ist der Mond” – zwischenzeitlich ein Kult-Film und der am häufigsten wiederholte Film im ARD-Fernsehen überhaupt.

Alfred Treiber

 

Das österreichische Autoren-Duo Richard Goll (65) und Alfred Treiber (66) hat am Donnerstagabend den mit 10.000 Euro dotierten “Axel-Eggebrecht-Preis” 2010 der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig erhalten. Die beiden Radiopioniere nahmen die Auszeichnung aus den Händen von Andreas Koch, Vorstandsmitglied der Sparkasse Leipzig, entgegen Koch zitierte den Namenspatron des Preises, der das Wesen des Features in der Fähigkeit des Autors begründet sah, sein Thema zu kennen und zu lieben: “Mit Richard Goll und Alfred Treiber ehren wir heute zwei ganz Große dieses Genres, die den hohen Anspruch Eggebrechts perfekt in ihrer Arbeit leben und umsetzen”, sagte Koch. Die Laudatio hielt mit Peter Leonhard Braun eine weitere Feature-Größe, die mit der Arbeit des Duos Goll/Treiber seit den 1970er Jahren eng vertraut ist. “Was ich bei den beiden am meisten bewundere, ist ihre Furchtlosigkeit, dieses keine Angst vor Menschen oder Obrigkeiten haben, der kalte und harte Blick für die Wirksamkeit eines Programms und das heiße Herz für die Sache”, sagte Braun. “Diese Kombination hat man fast nie.” Selbst im internationalen Vergleich sei das beispiellos. Braun dankte auch dem Engagement der Medienstiftung. Radio-Pioniere wie Richard Goll und Alfred Treiber auszuzeichnen, die europäische Radiogeschichte geschrieben haben, stehe Leipzig gut an. Die Preisträger schilderten ihren Einsatz für das Feature als langen Weg durch die Instanzen des ORF, der von zähen Kämpfen geprägt gewesen sei. Dabei habe man auch von den Erfahrungen und der Unterstützung der Kollegen in der Bundesrepublik profitiert: “Ohne die deutsche Entwicklungshilfe wäre vieles ein wenig anders gekommen”, sagte Treiber. “Die Tatsache, im Namen von Axel Eggebrecht gepreist zu werden, ist deshalb für uns etwas Außergewöhnliches.” Der “Axel-Eggebrecht-Preis” wird seit dem Jahr 2008 im jährlichen Wechsel mit dem “Günter-Eich-Preis” verliehen, der das Lebenswerk von Hörspielautorinnen und -autoren würdigt. Der Preisjury gehörten in diesem Jahr neben Braun der Axel-Eggebrecht-Preisträger des Jahres 2008, Helmut Kopetzky, Dr. Peter Klein (Wien, Leiter der Abteilung Literatur, Hörspiel und Feature im ORF), Heinz Klunker (Berlin, Feature-Chef Deutschlandfunk 1977-1997) sowie Linde Rotta (Leipzig, Freie Autorin, Initiatorin der Leipziger Schreibwerkstatt Radio) an. Die Jury hatte sich mit einem außerordentlich starken Wettbewerbsfeld auseinander zu setzen. Ihr lagen die Gesamtwerke von 11 Kandidatinnen und Kandidaten vor, vorgeschlagen von ARD, dem ORF und dem Verband Deutscher Schriftsteller. Obwohl die Gewichtigkeit der Kandidaturen der Jury gestattet hätte, den Lebenswerk-Preis gleich fünf Mal zu vergeben, entschied sie sich einstimmig für die rundfunkhistorische Leistung von Richard Goll und Alfred Treiber. Mehr als 100 Features weist das Werkverzeichnis von Richard Goll und Alfred Treiber aus. Sie wurden national und international ausgezeichnet, gründeten im ORF die Feature-Redaktion und begannen alsbald, überall in Österreich potentielle Mitstreiter zu rekrutieren und auszubilden. Heute, nach 30 Jahren Programmarbeit, zählen die Features zu den Flaggschiffen des Kultursenders Österreich 1. Der “Axel-Eggebrecht-Preis” wird in Kooperation mit MDR Figaro vergeben. Das Kultur-Radio des Mitteldeutschen Rundfunks strahlt am Sonntag, 31. Januar um 11.05 Uhr eine Aufzeichnung der Preisverleihung auf dem Leipziger Mediencampus aus.