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Ilian Metev
Nanna Frank Moller
Marko Skop
Personalia Mr.
Personalia Mr.
Barbara Bohr (DOK Leipzig, Susann Jehnichen).jpg
Ricardo Calil (DOK Leipzig, Susann Jehnichen).jpg
Goldene Taube 2017: Preisträgerin Boram Kim
Mariam Chachia
Klára Trencsényi
Hamza Ouni
Kaveh Bakhtiari
Severin Fiala
Tamar Tal
Personalia Mr.
Laura Bari

Ilian Metev

In seinem Film "Goleshovo" erzählt Metev, vom Leben in einem abgelegenen bulgarischen Bergdorf.

Nanna Frank Møller

Für ihren Film „Someone Like You“ erhielt Nanna Frank Møller aus Dänemark die "Talent-Taube" 2007:

Die Seiltänzerin hoch unter der Kuppel im Zirkuszelt ist die Metapher für die Existenz des Künstlers schlechthin (bewundert, den Absturz stets vor Augen). Doch begegnet sie uns hier wahrhaftig, in Gestalt von Aylin als Mitglied ein er freien Zirkustruppe, die nach jahrelanger Zusammenarbeit am Ende ihres Weges an gekommen ist. Noch einmal finden sich die Artisten zu sammen, um ihre letzte Vorstellung vorzubereiten. Vor dem Hintergrund der abschließenden Proben, bei denen die emotionale und mentale Erschöpfung überdeutlich zu Tage tritt, erzählt der Film die Geschichte von Aylin und ihrer Schwester Sky, dem Clown der Truppe. Seit ihrer schwierigen Kindheit sind sie unzertrennlich, ihrer beider Leben ist so stark mitein ander verwoben, dass Aylin, je länger je mehr das Gefühl hat, nicht sie selbst, sondern immer nur ein Wir gewesen zu sein. Das bevorstehende Ende des Zirkus ist für sie deshalb auch der Beginn einer Reise in ein weitgehend unbekanntes Selbst – verlockend und beängstigend zugleich. Stilistisch ungemein präzise und mit Bildern von traumverlorener Schönheit verdichtet die Regisseurin die melancholische Atmosphäre dieser letzten Tage zu einer poetischen Erzählung über die Liebe und die Kunst, einander loszulassen. Herabgestiegen aus der Zirkuskuppel, steht die Artistin vor ihrer entscheidenden Lebensfrage: Wie soll ich in der realen Welt nur funktionieren?

 

Marko Skop

Die "Talent-Taube" der Medienstiftung ging 2006 an den jungen slowakischen Regisseur Marko Skop für den Film "Iné Svety" ("Other Worlds").

Über den Preisträgerfilm entschied die Internationale Jury für Dokumentarfilm. Zu ihr zählten: Ulla Jacobsen (Filmwissenschaftlerin und DOX-Chefredakteurin, Dänemark), Arunas Matelis (Filmemacher und letztjähriger Gewinner der Goldenen Taube bei DOK Leipzig, Litauen), Chris McDonald (Festivaldirektor "Hot Docs", Kanada), Zoran Popović (Filmemacher, Festivaldirektor und Leiter der Filmschule "Kvadrat", Serbien) und Ilana Tsur (Filmemacherin und Festivaldirektorin "Docaviv", Israel). Eine lobende Erwähnung sprach die Jury dem Film  "Jack Smith and the Destruction of Atlantis" von Mary Jordan (USA 2006, 95 min.) aus.

Erkko Lyytinen

Anläßlich der Preisverleihung des "48. Internationalen Leipziger Festivals für Dokumentar- und Animationsfilm" erhielt der finnische Regisseur Erkko Lyytinen für seinen Film "Kainuun Tähti" ("The North Star") den Nachwuchsförderpreis der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig, die „Talent-Taube“.

Schauplatz des Films ist eine kleine Stadt in Finnland namens Vuolijoki...Das Problem: eine Katastrophe, wie sie tagtäglich überall passiert. Eine Fabrik, die Zugwaggons herstellt, soll stillgelegt werden, weil sie sich für das italienische Mutterunternehmen nicht mehr rechnet. Die Schließung beträfe nicht nur die Arbeitsplätze, fast 50 % der Bevölkerung Vuolijokis hängen mittelbar von dem Betrieb ab...Es ist ein Wettlauf mit der Zeit...Die Arbeiter aus dem Betrieb versuchen alles, um zu retten, was noch zu retten ist. Sie bieten Kompromisse an, nehmen Kündigungen hin, verhandeln wieder...Sie tragen der Regierung ihr Anliegen vor. Aber wie viel Handlungsspielraum haben die Amtsträger überhaupt noch, wie eingezwängt sind sie in die Richtlinien der EU?
In der Begründung der "Internationale Jury für Dokumentarfilm" heißt es: "Für seine frische, authentische Stimme, die eine sehr lokale Geschichte machtvoll erzählt, die sich mit einem der wichtigsten Probleme in unserer Zeit beschäftigt, dem Einfluss der globalen Wirtschaft auf uns alle, erhält Erkko Lyytinen für "The North Star" einstimmig die Talent-Taube."

Jeppe Rønde

Die erste "Talent-Taube" als Nachwuchsförderpreis der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig ging 2004 an den dänischen Regisseur Jeppe Rønde für seinen Film "Jerusalem min Elskede" ("Jerusalem My Love").

Jeppe Rønde wurde 1973 geboren und studierte Filmwissenschaft und Kunstgeschichte an der Universität in Kopenhagen. Er arbeitet als Regisseur, Kameramann und Komponist. "Jerusalem min Elskede" ist sein Debütfilm.

"Regisseur Jeppe Rønde ist auf der Suche. Sein Leben lang war er gläubig, aber sein Glauben droht ihm abhanden zu kommen. In Form einer Hypnose macht sich Jeppe auf nach Jerusalem. Das ist die Stadt, in der die drei monotheistischen Weltregionen mit elementarer Wucht aufeinander treffen und beim Besucher einen tiefen religiösen Schock hinterlassen können. In Jerusalem begegnet Jeppe verschiedenen "Propheten", die ihn in die Welt ihres Glaubens einführen, den sie täglich ganz praktisch leben: Israel ist ein jüdischer Sozialarbeiter, der die Mülltonnen der Stadt nach brauchbaren Dingen und Kleidern durchstöbert und sie an Bedürftige verteilt. Der Muslim Muhammad nimmt Drogenabhängige auf und weist ihnen Kraft seines Glaubens den Weg aus der Sucht. Ted hingegen ist ein amerikanischer Missionar, der wie Christus predigend durch Jerusalem zieht. Alle drei versuchen, den jungen Dänen zu bekehren. Die Offenheit und spirituelle Kraft der Männer löst nicht nur bei Jeppe eine intensive und zugleich undogmatische Auseinandersetzung mit Religion aus. Der vielschichtige, wunderschön gearbeitete Film zieht auch den Betrachter immer tiefer in seinen Bann, der sich irgendwann fragt: Ist schon die Suche nach Glauben das Ziel des Weges? Oder kann Jeppe seinen verlorenen Glauben wiedergewinnen und eine Entscheidung treffen?"

Barbara Bohr

Erstmals wurde 2018 im "Next Masters"-Wettbewerb auch ein kurzer Animations- und Dokumentarfilm ausgezeichnet: Die dänische Nachwuchsfilmerin Barbara Bohr setzte sich mit dem Film "ESCAPAR, the Recurring Dream" (Dänemark, 2017) durch. Sie kann sich über ein Preisgeld von 5.000 Euro freuen, das ebenfalls von der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig bereitgestellt wird.

Stephan Seeger, Geschäftsführender Vorstand der Medienstiftung und Direktor Stiftungen der Sparkasse Leipzig, gratuliert: "Wir freuen uns über die Entscheidung der Festivalorganisatoren, erstmals zwei 'Next Masters' zu küren. Barbara Bohr berichtet eindrücklich von traumatisierenden Erlebnissen - und wie sie das Leben eines Menschen auch Jahrzehnte später noch beeinflussen können.

"Zum Inhalt von "ESCAPAR, the Recurring Dream": Der 28-minütige Film begleitet Martha, die von wiederkehrenden Träumen gequält wird: Immer wieder begegnet sie darin ihrer Mutter, einem Freund und einem Fremden. Im realen Leben kann sie ein traumatisierendes Ereignis nicht hinter sich lassen: Vor mehr als 20 Jahren war sie über 18 Monate unschuldig inhaftiert, ihre Mutter kämpfte um ihre Freilassung, indem sie Richter und Wärter mit selbstgebackenen Kuchen zu bestechen versuchte. Schließlich konnte Martha fliehen.

Ricardo Calil

Der brasilianische Filmemacher Ricardo Calil gewinnt in diesem Jahr die von der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig gestiftete und mit 10.000 Euro dotierte "Goldene Taube" im "Next Masters"-Wettbewerb der 61. Ausgabe des Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm DOK für seinen Film "Cinema Morocco" (Brasilien, 2018). Neben ihm wurde auch die dänische Filmemacherin Barbara Bohr mit der in diesem Jahr erstmalig vergebenen "Goldenen Taube" im "Next Masters"-Wettbewerb für einen kurzen Animations- und Dokumentarfilm ausgezeichnet. Das zusätzliche Preisgeld von 5.000 Euro trägt ebenfalls die Medienstiftung.

Stephan Seeger, Geschäftsführender Vorstand der Medienstiftung und Direktor Stiftungen der Sparkasse Leipzig, gratuliert: "Wir freuen uns über die Entscheidung der Festivalorganisatoren, erstmals zwei 'Next Masters' zu küren. Ricardo Calils Film erzählt uns viel über die Kraft des Kinos - als Medium ebenso wie als realer Ort. Barbara Bohr berichtet eindrücklich von traumatisierenden Erlebnissen - und wie sie das Leben eines Menschen auch Jahrzehnte später noch beeinflussen können."

Zum Inhalt von "Cinema Morocco": Der Film reflektiert die Geschichte des einst eindrucksvollen Kinopalasts "Cine Morocco" im brasilianischen São Paulo. War es in den 1950er Jahren noch mondäner Austragungsort des Internationalen Filmfestivals von Brasilien, verfiel es später zusehends. Ab 2013 wurde es von Obdachlosen in Beschlag genommen, teilweise lebten in der Ruine 2.000 Menschen aus 17 Nationen.

Schließlich wurde das "Cine Morocco" neu belebt - mit der Wiederaufführung von Filmen des ersten Festivaljahres und einem Theaterprojekt unter Einbeziehung der Obdachlosen. Ricardo Calil begleitet einige von ihnen - und erzählt von Depressionen, Kriegstraumata und post-kolonialer Entfremdung.

Boram Kim

Die Südkoreanerin Boram Kim gewann bei der 60. Ausgabe des Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm die von der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig gestiftete und mit 10.000 Euro dotierte "Goldene Taube". Kims Film "Baek-gu" setzte sich im Wettbewerb "Next Masters" gegen zehn weitere Produktionen durch.

Der Film geht zunächst auf die Suche nach einem streunenden Hund, der in einem Stadtteil von Seoul lebt und der, unterbewusst, scheinbar allen Bewohner bereits begegnet ist. Die Regisseurin befragt sie nach dem heimatlosen Tier, doch offensichtlich kann niemand eine Auskunft geben - alle interessieren sich lediglich für ihr eigenes Leben. Der Dokumentarfilm fokussiert sich immer mehr auf die Geschichten der Seouler und zeichnet so ein immer tristeres Bild der Menschen, die ihre eigene kleine Welt kaum mehr verlassen.

"Der Dokumentarfilm der Südkoreanerin Boram-Kim zeichnet ein zugleich spannendes sowie bedrückendes Bild der Menschen in diesem Teil Seouls, die sich allem voran nur für ihre eigene Welt zu interessieren und so nur wenig Blick für die Geschehnisse vor ihrer Haustür zu haben scheinen. Wir wünschen Boram-Kim, dass das Preisgeld zur Realisierung eines nächsten Filmes beitragen kann.", so Stephan Seeger, Geschäftsführender Vorstand der Medienstiftung. Der Film feierte bei dem Festival seine internationale Premiere.

Mariam Chachia

 

Mit ihrem Film “Listen to the Silence” gewann die georgische Filmemacherin Mariam Chachia den “Next Masters Wettbewerb” des 59. DOK Leipzig und damit die mit 10.000 Euro dotierte “Goldene Taube” der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig.

Ihre Produktion zeigt uns aufs Beste, wozu Dokumentarfilm in der Lage ist: Er führt uns ganz nah an eine bemerkenswerte Person heran, die ihr Leben an einem unwahrscheinlichen Ort zu meistern hat. Die eingesetzten filmischen Mittel sorgen dafür, das aus Filmschauen Empathie mit Ihrer Hauptperson wird. Die renommierte russische Regisseurin und Produzentin Marina Razbezhkina, in diesem Jahr Jurorin des “Next Masters Wettbewerbs”, begründete, Mariam Chachia erhalte die Ehrung “für den Glauben daran, dass der Mensch seine innere Welt aus sich heraus verändern kann, selbst wenn das Leben ihm gegenüber grausam ist.”

“Listen to the Silence” führt den Zuschauer an eine Schule für gehörlose Kinder in Tbilissi, die dort auch tanzen lernen. Mariam Chachia folgt vor allem dem Jungen Luka, einem kleinen Wirbelwind und gehörlosen “Billy Elliot”, in Glück und Unglück. Der Zuschauer erlebt die Schule, die Kinder, ihren Tanzunterricht, Streitereien, eine kleine Liebesgeschichte – und dies aus ungewöhnlicher Perspektive, wenn sich beispielsweise die Geräusche des Lebens auf der Leinwand wie für die Kinder in ein wattiges Nichts verwandeln.

Klára Trencsényi

 

Die Goldene Taube für einen herausragenden Nachwuchsfilm ging 2015 an die Filmemacherin Klára Trencsényi für ihren Film “Reményvasút” (“Train to Adulthood”). John Smith, Juror des Next Masters Wettbewerbs, begründete die Entscheidung für Trencsényi, ihr Film stelle “ein anachronistisches, utopisches Projekt der harschen Realität des Lebens gegenüber, der sich zwei Familien in Ungarn ausgesetzt sehen” und lobte “den wunderbar aufgenommenen und bearbeiteten Film ‘Train to Adulthood'”.

Der Film folgt den Budapester Zwillingen Viktor und Karmen sowie Gergo, die gemeinsam bei der Pioniereisenbahn der ungarischen Hauptstadt arbeiten. Früh sind sie mit der Realität der “Erwachsenenwelt” konfrontiert: Die Mutter der Zwillinge arbeitet hart, ohne die Familie ernähren zu können, und Gergo lebt bei seinen Großeltern, weil seine Eltern in Westeuropa für den Familienunterhalt sorgen müssen.

Hamza Ouni

 

Die “Talent-Taube” der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig wird im Jahr 2014 an Hamza Ouni (Tunesien/Vereinigte Arabische Emirate) für seinen Film “El Gort” verliehen. Sein Film ‘El Gort’ ist eine beeindruckende Langzeitdokumentation über das Tunesien vor und nach der Revolution gegen Präsident Ben Ali. Am Beispiel zweier junger Männer gelingt es Hamza Ouni, Land und Leben der Menschen in einer wiedererwachenden Demokratie nahe zu bringen. Die Jury lobte: “Ein rauer Film voller Energie, Humor und Ärger offenbart ein einzigartiges und vielschichtiges Bild des heutigen Tunesien.”

“El Gort” dokumentiert Leben und Arbeit zweier junger Männer in der tunesischen Stadt El M’hamdia. Tagein, tagaus sind sie bei der Arbeit damit beschäftigt, schwere Heuballen auf LKW zu verladen. Hamza Ouni, 1975 in Tunesien geboren, besucht sie über mehrere Jahre – sowohl vor als auch nach der tunesischen Revolution – und befragt sein Heimatland, was sich für seine Protagonisten durch die politischen Umwälzungen geändert hat.

Kaveh Bakhtiari

 

Kaveh Bakhtiari (Frankreich/Schweiz) erhielt die "Talent-Taube" für seinen Film “L’Escale” (“Stop-Over”):

"Was ist ein Mensch ohne Pass? Die Frage, die B. Traven in seinem Romanklassiker ‘Das Totenschiff’ beschäftigte, ist auch heute von erschreckender Aktualität. Das Totenschiff, das der Regisseur Kaveh Bakhtiari vorfindet, heißt Athen. Hier trifft er zufällig seinen iranischen Cousin Mohsen wieder. Doch während er selbst seit seiner Kindheit einen Schweizer Pass hat, sich frei bewegen und Grenzen passieren kann, ist Mohsen als illegaler Einwanderer gekommen. Drei Monate saß er dafür im Gefängnis. Nun hängt er fest in Athen – wie Tausende, für die Griechenland nur ein ‘stop-over’ sein sollte. Er wohnt mit anderen “Illegalen” in einer Wohnung mit verhängten Fenstern. Kaveh beschließt, einzuziehen und ihre Lebensbedingungen zu teilen. Fast ein Jahr lang begleitet er ihren Alltag, der nur auf den ersten Blick wie ein normales WG-Leben aussieht, im Kern aber geprägt ist durch Angst, Klaustrophobie und Entbehrungen. Die Tage ziehen als Schattenspiel auf dem Vorhang vorüber, während täglich Menschen für ihre Hoffnungen ihr Leben riskieren, sich Schleusern ausliefern oder Jahre auf gefälschte Pässe warten. Der Film registriert unmittelbar, wie die Hoffnungen bröckeln – eine intensive Erfahrung für den Zuschauer, denn zumindest für die Dauer des Filmes lässt auch er sich mit den Protagonisten ‘einschließen’. Ein mutiger Film, der spürbar macht, was sonst im Schatten der europäischen Krise verborgen bleibt.” (Lars Meyer)

Severin Fiala und Veronika Franz

 

Severin Fiala und Veronika Franz aus Österreich erhalten die  “Talent-Taube” für ihren Film “Kern”. Aus der Begründung der “Internationalen Jury für junges Kino und kurze Dokumentarfilme”: “…Vom Beginn der Aufnahmen an füllt die physische und spirituelle Präsenz des Protagonisten die Leinwand. Das Portrait von ‘Kern’ ist ein experimentelles Film-Essay, das die Geheimnisse an der Grenze zwischen Fiktion und Realität enthüllt und zugleich verbirgt. Der Erste Preis des internationalen Wettbewerbs für junges Kino geht an Kern von Severin Fiala und Veronika Franz für deren mutige Erkundungen.”

Tamar Tal

Die mit 10.000 Euro dotierte "Talent-Taube" der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig ging 2011 an Tamar Tal aus Israel für ihren Film "Hatzalmania" ("Life in Stills").

Tamar Tal gewann mit Ihrem Film den Internationalen Nachwuchswettbewerb „Generation DOK“, der im Rahmen des 54. Internationalen Leipziger Festivals für Dokumentar- und Animationsfilm vom 17.10. bis 23.10.2011 stattfand und mit 38.000 Zuschauern alle bisherigen Rekorde brach.

"Hatzalmania" ("Life in Stills") ist ein warmherziger Film, der das Individuum feiert, den einzelnen Menschen, seinen Reichtum und seine Komplexität. Regisseurin Tamal gelingt es, uns die schönsten und spontansten Momente aus dem Leben einer Großmutter zu zeigen sowie Momente eines außerordentlichen Zusammengehörigkeitsgefühls zwischen den Familienmitgliedern. Dadurch wird der Zuschauer selbst schnell zum Familienmitglied. Der Film zeigt darüber hinaus, dass eine positive Einstellung zum Leben sowie Humor die Ingredienzien sind, die uns am Leben erhalten und uns selbst tragische Momente überwinden lassen

Rodrigo Siqueira

Die Jury würdigte die dokumentarische Kunstfertigkeit, mit der Siqueira seine Protagonisten darstelle. “Der Film eröffnet eine Welt, von der wir bislang nichts wußten”, begründete Jury-Sprecherin Mareike Mikat den Entscheid.

In "Terra deu, terra come" erzählt Rodrigo Siqueira die Geschichte des 81-jährigen Pedro de Alexina, der die orale Tradition des Erzählens und des Vissungo – eines Gesangs der schwarzen Sklaven im alten Benguela-Dialekt, der früher bei Trauerumzügen gesungen wurde – bewahrt. Siqueira greift nach dem Tod eines Freundes von de Alexina diese Inszenierung auf, um das Gedächtnis der Menschen an das alte Ritual aufzufrischen und die Vergangenheit aktiv zu rekonstruieren. Die ganze Familie und alle Freunde nehmen teil, und ab diesem Moment nimmt seine Geschichte eine Dimension an, in der die Grenze zwischen Realität und Phantasie immer mehr verwischt. Die Kamera und Siqueira selbst fühlen sich ganz in diese Umgebung ein und nehmen aktiven Anteil am Geschehen. Während dieses seinen Lauf nimmt, wird die Empathie des Regisseurs zu seiner Hauptperson ein wichtiges Element in der feinfühligen und kraftvollen Form des Erzählens.

Laura Bari

Laura Bari wurde für ihren bewegenden Film "Antoine" ausgezeichnet, der auf einfühlsame Weise von der großen Mission eines sechs Jahre alten, blinden Jungen berichtet: Das Verschwinden der geheimnisvollen Madam Rouski zu klären, die verzweifelte Botschaften auf seinem Anrufbeantworter hinterlässt. Der kleine blinde Protagonist hat den Ton aufgenommen und teilweise Kamera geführt. So kreieren er und die Regisseurin das magische Universum eines 6-Jährigen. Die internationale Jury, der Susanna Helke, Paola Castillo und Peter Wintonick angehörten, würdigte das virtuose Zusammenspiel von Bild und Ton sowie den Humor und die Verspieltheit, mit der es der Regisseurin gelingt Unsichtbares sichtbar zu machen.