Sergej Lebedew wurde 1981 in Moskau geboren. Mit einem Geologie-Studium trat er in die Fußstapfen seiner Eltern und arbeitete acht Jahre lang als Feldarbeiter bei geologischen Expeditionen im hohen Norden Russlands und in Zentralasien. Seit 2001 ist Lebedew auch als Journalist tätig, sein Schwerpunkt liegt auf historischen und bildungspolitischen Themen. Sergej Lebedew verfasst investigative Berichte, Kommentare und Essays für Medien weltweit, darunter die Neue Zürcher Zeitung, Liberties, Osteuropa und Washington Post.
Seit 2010 hat Sergej Lebedew sechs Romane veröffentlicht, die sich aus verschiedenen Blickwinkeln mit der verborgenen sowjetischen Vergangenheit, den Auswirkungen von Stalins Repressionen sowie deren Folgen für das moderne Leben in Russland befassen. Vier seiner Romane greifen die eigene Familiengeschichte auf: "Der Himmel auf Ihren Schultern" (2013), "Das Jahr des Kometen" (2013), "Menschen im August" (2015) und "Kronos' Kinder" (2018) bilden einen Metaroman, der das von der Sowjetunion hinterlassene totalitäre Trauma beleuchtet. Der fünfte Roman "Das perfekte Gift" (2021), ist ein intellektueller Thriller aus der Schattenwelt der russischen Geheimdienste und deren Operationen im Ausland. Im Jahr 2025 veröffentlichte er "Die Beschützerin", der die frühen Phasen der russischen Aggression gegen die Ukraine im Jahr 2014 beschreibt.
2022 war Lebedew Mitorganisator und Unterzeichner eines offenen Briefs der russischen Kunstszene gegen die Invasion Russlands in der Ukraine. 2025 stellte er als Herausgeber die Anthologie "Nein" zusammen, die die Stimmen von 25 russischen Künstlern und Intellektuellen gegen den Ukraine-Krieg vereint.
Lebedews Bücher wurden in 24 Sprachen übersetzt und standen auf Shortlists bedeutender russischer und europäischer Literaturpreise.
Seit September 2018 lebt Sergej Lebedew in Potsdam. Er schreibt auf Russisch, Englisch und Deutsch.