Reglement “Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien”

Die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig verleiht ihren "Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien" am 8. Oktober 2019.

Die Auswahl der Preisträger erfolgt in einem zweifachen Prüfverfahren mit festgelegten Kriterien. Die Kandidaten und Kandidatinnen durchlaufen zunächst ein Gutachterverfahren. Danach wählt eine Jury die Preisträger aus.

Kritische und mutige Medienvertreter und Medien haben immer nicht nur Freunde, sondern auch Gegner. Es liegt in der Natur der Sache, dass die Entscheidung der Medienstiftung für bestimmte Preisträger gleichermaßen kritisch gesehen werden kann. Wir freuen uns, dadurch zu einer lebhaften öffentlichen Diskussion im Sinne der Meinungs- und Pressefreiheit beizutragen.

Das Procedere im Einzelnen:

Kandidaten
Jeder darf Kandidaten für den Preis vorschlagen. Einreichungsschluss ist der 28. Februar 2019.

Die Auswahl
Zunächst prüft ein wissenschaftliches Team, ob und in welchem Maße die Kandidaten den Nominierungskriterien der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig entsprechen:

“Dieser Preis ist vor allem für Journalistinnen und Journalisten, Verlegerinnen und Verleger, aber auch für Medieninstitutionen gedacht, die sich mit Risikobereitschaft, hohem persönlichem Engagement, mit Beharrlichkeit und demokratischer Überzeugung für die Sicherung und Entwicklung der Pressefreiheit einsetzen.

Nominiert ist, wer die Sicherung und Entwicklung der Pressefreiheit stärkt und Missstände aufklärt, trotz aller Widerstände, Erschwernisse und nennenswerter persönlicher Risiken. Dabei wiegt der Einsatz für die Pressefreiheit mehr als das persönliche Renommee.”

Die auszuzeichnende Leistung

Die auszuzeichnende Leistung laut der Nominierungskriterien

  • gilt als ein Beitrag zur Stärkung der Pressefreiheit, etwa, indem Widerstände überwunden werden mussten,
  • verlangt zugleich auch eine journalistische und/oder publizistische Qualität,
  • zeigt ein weit überdurchschnittliches Engagement,
  • muss sich auf einen relevanten oder bemerkenswerten Gegenstand von allgemeinem Interesse beziehen und
  • berücksichtigt weitere besonders zu bewertende Faktoren, wie zum Beispiel die herausragende Umsetzung in einem beispielgebenden Sinn.

Für jedes dieser Kriterien kann das Gutachterteam auf der Grundlage gründlicher Recherche bis zu zehn Punkte vergeben. Ein Kandidat kann also maximal 50 Punkte erreichen.

Nominierung
Die Entscheidung über die Preisvergabe trifft die Jury in einem mehrstufigen Abstimmungsprozess. Nach jedem Wahlgang begründen die Jury-Mitglieder die Entscheidung für ihre Favoriten. Im ersten Wahlgang hat jedes Jury-Mitglied bis zu drei Stimmen, die auf 3 Kandidaten verteilt werden. Dabei erhält jeder gewählte Kandidat je eine Stimme. Die 5 Kandidaten, auf die die meisten Stimmen entfallen, nehmen am zweiten Wahlgang teil. Weitere Kandidaten werden nur bei Stimmengleichheit berücksichtigt. Im zweiten Wahlgang, der “engeren Wahl”, hat jedes Jury-Mitglied eine Stimme. Die Entscheidung, wer den Preis erhält (auch, ob es einen oder mehrere Preisträger geben soll), erfolgt am Ende mit qualifizierter Mehrheit (2/3 der anwesenden Stimmen). Stimmenthaltungen gelten als nicht abgegeben. In der Regel geht der Preis zu gleichen Teilen an drei Preisträger. Es ist aber auch eine Einzelvergabe möglich. Es liegt im Ermessen der Jury, preiswürdige Kandidatinnen und Kandidaten für das Folgejahr erneut zu nominieren.

Reglement zur Vergabe des Preises für die Freiheit und Zukunft der Medien