Stiftung fordert Aufklärung im Fall Anna Politkowskaja

Leipzig/Moskau, den 24.7.2013. Fast sieben Jahre nach dem Mord an Anna Politkowskaja sind heute fünf Männer angeklagt, die investigative Journalistin in Moskau ermordet zu haben. Die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig begrüßt, dass dieser verabscheuungswürdige Mordfall endlich erneut aufgerollt wird. Die Medienstiftung erhofft sich von dem neuerlichen Prozess die Aufklärung der Hintergründe der Tat. Auf der Anklagebank sitzen der mutmaßliche Todesschütze, seine mutmaßlichen Komplizen sowie ein angeblicher Organisator des Mordes. Die Auftraggeber des Mordes scheinen jedoch noch immer unbekannt zu sein.

Der Chefredakteur der regierungskritischen Zeitung "Novaja Gazeta", für die Anna Politkowskaja arbeitete, äußerte sich vor Vertretern der internationalen Presse zurückhaltend zum Prozess. Ihm fehle das Vertrauen in das Verfahren. 2009 hatte der erste Prozess in Mordfall Anna Politkowskaja mit Freisprüchen für die Angeklagten geendet. Die Begründung: "Mangel an Beweisen." Allerdings ordnete das Oberste Gericht Russlands danach das nun begonnene neuerliche Verfahren an.

Anna Politkowskaja hatte zahlreiche schwere Menschenrechtsvergehen im Tschetschenienkonflikt aufgedeckt. Deshalb  war sie immer wieder mit dem Tod bedroht worden. Für ihre unerschrockene und fundierte Berichterstattung nahm sie im Oktober 2005 den "Preis für die Freiheit und die Zukunft der Medien" der Medienstiftung der Sparkasse in Leipzig entgegen. Ein Jahr später, am 6. Oktober 2006, wurde sie in ihrem Moskauer Wohnhaus ermordet.