Pressemitteilung 23.06.2016: Türkische Journalisten Can Dündar und Erdem Gül erhalten den “Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien” 2016 der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig.

Leipzig, der 23. Juni 2016. Mit dem Leipziger Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig werden im Jahr 2016 die türkischen Journalisten Can Dündar und Erdem Gül geehrt. “Unter den Nominierten dieses Jahres waren zahlreiche Journalisten und Medienorganisationen, die sich in ihren Heimatländern oder länderübergreifend mit großem Einsatz um das freie Wort verdient machen”, erklärt Stephan Seeger, Geschäftsführender Vorstand der Medienstiftung. “Mit der gemeinsamen Würdigung für Can Dündar und Erdem Gül ehren wir zwei Journalisten, die stellvertretend stehen für viele ihrer Kollegen in der Türkei und darüber hinaus: Sie gehen unabhängig und unvoreingenommen ihrer journalistischen Arbeit nach – ungeachtet politisch motivierter Verfolgung, der Bedrohung durch Haftstrafen oder Gefahren für Leib und Leben. Das in den vergangenen Jahren vier türkische Journalisten (Ahmed Altan, Nedim Şener, Can Dündar und Erdem Gül) mit unserem Preis ausgezeichnet wurden, kennzeichnet den Zustand der Pressefreiheit in der Türkei”, so Seeger weiter. Der Preis ist mit insgesamt 30.000 Euro dotiert und wird zu gleichen Teilen an beide Journalisten vergeben. Can Dündar und Erdem Gül nehmen den Preis an und werden ihn im Rahmen der Preisverleihung am 7. Oktober in Leipzig entgegennehmen (sofern sie nicht daran gehindert werden). Mehr dazu …

23.06.2016


Pressemitteilung 10.05.2016: Zentrum für Pressefreiheit: “Die Stärke liegt im gesamteuropäischen Netzwerk”

Pressemitteilung anlässlich des Deutschen StiftungsTages in Leipzig und des Medientreffpunkt Mitteldeutschland

Das 2015 gegründete “Europäische Zentrum für Presse- und Medienfreiheit” erhält weitere Förderung durch EU-Kommission

Leipzig, der 10. Mai 2016. Im Mai dieses Jahres begeht das von der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig maßgeblich initiierte und entwickelte Europäische Zentrum für Presse- und Medienfreiheit (ECPMF) sein einjähriges Bestehen. Mit dem ECPMF hat die Presse- und Medienfreiheit in Europa eine starke Stimme aus Leipzig bekommen. Kernziel des Zentrums ist es, europäische Medienfreiheitsinitiativen und -akteure miteinander zu vernetzen, Unterstützung bei der Koordinierung der Aktivitäten zu leisten und damit die Pressefreiheit in Europa gemeinsam zu stärken. “Die Stärke des Zentrums liegt im gesamteuropäischen Netzwerk und in der Kooperation mit hochqualifizierten Partnern”, erklärt Stephan Seeger, Geschäftsführender Vorstand der Medienstiftung und Mitglied des ECPMF-Vorstandes. Mehr dazu …

10.05.2016


Universität Leipzig und LSoM beglückwünschen bei gemeinsamer Feier mehr als 50 Absolventen

Über 50 Absolventen haben am Freitagabend im Mediencampus Villa Ida ihren Studienabschluss gefeiert. Rund 100 weitere Gäste kamen zu der gemeinsamen Veranstaltung des Instituts für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig (IfKMW) und der Leipzig School of Media (LSoM), die nun bereits zum sechsten Mal gemeinsam ihre Absolventen verabschiedeten.

In seiner Festrede ermutigte Boris Lochthofen, selbst Absolvent des IfKMW und heute Direktor des MDR-Landesfunkhauses in Thüringen, die Absolventen, sich auch nach dem Studienabschluss immer wieder neuen Themen zuzuwenden und beruflich flexibel zu bleiben. “Ich rate Euch, bleibt hungrig und begreift auch Aufgaben, die Euch erstmal nicht sehr ansprechen, als Chance”, appellierte er an die neuen Alumni. Lochthofen, der beim Mitteldeutschen Rundfunk erst seit Anfang des Jahres im Amt ist, nahm dabei Bezug auf seine eigene wechselvolle Karriere. So habe er ursprünglich stets schreibender Journalist werden wollen, habe dann aber doch “alles in Medien und Kommunikation gemacht, was nicht bei drei auf den Bäumen ist.” Ehe Lochthofen MDR-Direktor wurde, arbeitete er unter anderem auf mehreren verantwortlichen Positionen für das deutschlandweit tätige Radiounternehmen Regiocast in Leipzig. Mehr dazu …

19.04.2016


Pressemitteilung 24.02.2016: Journalismus mit “lebendiger Gesinnung”

Axel-Eggebrecht-Preis 2016 geht an die Radiofeature-Autorin Margot Overath

Leipzig, der 24. Februar 2016. Der mit 10.000 Euro dotierte Axel-Eggebrecht-Preis der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig wird im Jahr 2016 an die Feature-Autorin Margot Overath verliehen. Der Preis wird im Rahmen des Sommerfestes der Medienstiftung am 30. August 2016 in Leipzig überreicht.

“Wir gratulieren Margot Overath herzlich zum Gewinn des Axel-Eggebrecht-Preises und danken dem Juryvorsitzenden Richard Goll sowie den Juroren Linde Rotta, Ulrike Toma, Aldo Gardini sowie Jens Jarisch für ihre hervorragende Entscheidung. Sie haben aus einem starken Wettbewerbsfeld mit zehn Kandidaten, vorgeschlagen von Programmverantwortlichen beinahe aller öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Deutschland und Österreich, eine herausragende Wahl getroffen”, so Stephan Seeger, Direktor Stiftungen der Sparkasse Leipzig, zur Entscheidung der Jury. Mehr dazu …

24.02.2016


Pressemitteilung 17.02.2016: Erich Loest zum 90. Geburtstag – Andenken an wirkmächtigen Literaten

Medienstiftung der Sparkasse Leipzig lobt den “Erich-Loest-Preis” aus

Leipzig, der 17. Februar 2016. Am 24.2.2016 wäre Erich Loest 90 Jahre alt geworden. Für die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig Anlass, den

Erich-Loest-Preis

auszuloben. Der Preis wird erstmals am 24. Februar 2017 und dann alle zwei Jahre vergeben; er ist mit 10.000 Euro dotiert.

Stephan Seeger, geschäftsführender Vorstand der Medienstiftung: “Stiftungsvorstand und Stiftungsrat ehren mit dieser Entscheidung einen wirkmächtigen Literaten, gesellschaftspolitisch denkenden Kopf, stetigen Mahner, wenn die Untiefen deutscher und deutsch-deutscher Geschichte in Vergessenheit zu drohen gerieten, und bekennenden Leipziger, dem die Geschicke seiner Stadt eine Herzensangelegenheit waren.” Mehr dazu …

17.02.2016


Stiftung

Wer die Entwicklung freier Medien fördern und unterstützen will, muss mehr als nur ökonomische und arbeitsmarktpolitische Aspekte im Blick haben. Bedeutung und Attraktivität entfaltet ein Medienstandort vor allem dann, wenn er für ein Klima steht, in dem die große Verantwortung der Medien für eine freie Gesellschaft als Verpflichtung und Herausforderung zugleich begriffen wird.

Die Sparkasse Leipzig möchte dazu einen Beitrag leisten und beschloss im Frühjahr 1999 die Gründung einer Medienstiftung. Die Stiftung wurde im Rahmen des Festaktes zum 175-jährigen Jubiläum der Sparkasse am 4. Mai 2001 der Öffentlichkeit vorgestellt.

Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Förderung der Aus- und Fortbildung junger Menschen im Bereich der Medien. Dazu gehören die Vergabe von Leistungsstipendien, zum Beispiel im Rahmen des Leipziger Medienpreises, gezielte Projektförderungen und die Organisation von Veranstaltungen zur politischen Bildung, etwa zum Gedenken an die Friedliche Revolution 1989 in Leipzig.

Finanziert werden die Stiftungsprojekte aus den Erträgen des Stiftungsvermögens sowie durch Zuwendungen und Spenden Dritter.

Alljährlich schreibt die Stiftung ihren “Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien” aus. Sie vergibt außerdem den “Axel-Eggebrecht-Preis”, den “Günter-Eich-Preis” und die “Goldene Taube” (die frühere “Talent-Taube”).

Nikolaisäule (Andreas Lamm)

Skulptur “Nikolaisäule” als Symbol des “Preises für die Freiheit und Zukunft der Medien” (Foto: Andreas Lamm)

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Lehre und Forschung

Die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig engagiert sich insbesondere bei der Aus- und Weiterbildung im Bereich der Medien. Hierzu hat sie in enger Kooperation mit den ortsansässigen Hochschulen Institute gegründet, Initiativen und Projekte ins Leben gerufen und die für ihre Aktivitäten notwendige Infrastruktur geschaffen. Schwerpunkte ihres Engagements sind:

  • die “Leipzig School of Media gGmbH” (LSoM) mit ihren berufsbegleitenden akademischen Master-Studiengängen und Seminar-Programmen,
  • das ” Europäische Institut für Journalismus- und Kommunikationsforschung e. V.” (EIJK) mit europaweit vergebenen Stipendien,
  • Sonderveranstaltungen für Radio-Feature and Radio-Hörspiel

Entdecken Sie diese Bereiche durch den Besuch der weiterführenden Seiten und erfahren Sie mehr über das Förderspektrum der Medienstiftung.

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Presse

Pressemitteilung 23.06.2016: Türkische Journalisten Can Dündar und Erdem Gül erhalten den “Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien” 2016 der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig.

Leipzig, der 23. Juni 2016. Mit dem Leipziger Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig werden im Jahr 2016 die türkischen Journalisten Can Dündar und Erdem Gül geehrt. “Unter den Nominierten dieses Jahres waren zahlreiche Journalisten und Medienorganisationen, die sich in ihren Heimatländern oder länderübergreifend mit großem Einsatz um das freie Wort verdient machen”, erklärt Stephan Seeger, Geschäftsführender Vorstand der Medienstiftung. “Mit der gemeinsamen Würdigung für Can Dündar und Erdem Gül ehren wir zwei Journalisten, die stellvertretend stehen für viele ihrer Kollegen in der Türkei und darüber hinaus: Sie gehen unabhängig und unvoreingenommen ihrer journalistischen Arbeit nach – ungeachtet politisch motivierter Verfolgung, der Bedrohung durch Haftstrafen oder Gefahren für Leib und Leben. Das in den vergangenen Jahren vier türkische Journalisten (Ahmed Altan, Nedim Şener, Can Dündar und Erdem Gül) mit unserem Preis ausgezeichnet wurden, kennzeichnet den Zustand der Pressefreiheit in der Türkei”, so Seeger weiter. Der Preis ist mit insgesamt 30.000 Euro dotiert und wird zu gleichen Teilen an beide Journalisten vergeben. Can Dündar und Erdem Gül nehmen den Preis an und werden ihn im Rahmen der Preisverleihung am 7. Oktober in Leipzig entgegennehmen (sofern sie nicht daran gehindert werden).

Dass nach den Verleihungen in den vergangenen Jahren nun erneut zwei türkische Journalisten ausgezeichnet werden, begründet Seeger: “An der Entscheidung der Jury lässt sich ablesen, dass die Bedrohung der Pressefreiheit in der Türkei inzwischen als systemimmanent angesehen wird, dass sie permanent eine pluralistische Meinungsbildung verhindert und so journalistische Existenzen gefährdet. Can Dündar und Erdem Gül, zwei herausragende und renommierte Journalisten, sehen sich dieser Bedrohung seit Jahren ausgesetzt, zuletzt in ihrer Arbeit als Chefredakteur bzw. Ankara-Korrespondent der Zeitung Cumhuriyet.” Diese Entwicklung in einem so wichtigen Partnerland Europas bereitet der Jury große Sorgen.

Das “Europäische Zentrum für Presse- und Medienfreiheit” (ECPMF) bestätigt die Entscheidung der Jury im allgemeinen sowie auch im speziellen Falle Dündars und Güls. Bei der Prozesseröffnung gegen beide war mit Michelle Trimborn eine Vertreterin des Zentrums vor Ort in Istanbul, um die Journalisten persönlich zu treffen und beim Kampf für ihre Rechte zu unterstützen. Das ECPMF setzt sich aktiv für diese und andere in der Türkei bedrohte Journalisten ein. Beide Journalisten wurden zur Zielscheibe des Staates wegen eines gemeinsam verfassten Berichts über angebliche Waffenlieferungen der Türkei an Extremisten in Syrien. Die Reaktion auf ihre Arbeit bestand nicht in einer staatlichen Untersuchung der Presseberichte, sondern in der juristischen Verfolgung der Journalisten und einer Anklage als Spione und Helfer von Terroristen, der sich auch der türkische Staatspräsident Erdogan als Nebenkläger anschloss. Ihre – noch nicht rechtskräftige – Verurteilung im Mai 2016 lässt stark begründete Zweifel daran aufkommen, dass die türkische Justiz die Pressefreiheit zu verteidigen gedenkt. Die Preisvergabe an Can Dündar und Erdem Gül ist deshalb auch ein Zeichen der Solidarität an sie, ihre Familien und alle weiteren Journalisten, die derzeit in der Türkei unter staatlichen Repressalien leiden.

Zu den Preisträgern
Can Dündar wurde 1961 in Ankara (Türkei) geboren. Er studierte Journalismus an der Fakultät für Politikwissenschaften der Universität Ankara (bis 1982) und an der London School of Journalism (bis 1986), erhielt 1988 seinen Mastergrad und 1996 seinen Doktortitel in Politikwissenschaften an der Technischen Universität des Nahen Ostens in Ankara. Anschließend arbeitete er für verschiedene Zeitungen und Fernsehsender unter anderem seit 1988 für die staatliche TRT sowie für private Kanäle wie CNN Türk und NTV. Über viele Jahre arbeitete er als Kolumnist für die Zeitung Milliyet, 2013 wurde er dort fristlos entlassen, wohl wegen kritischer Kolumnen zu den Protesten um den Istanbuler Gezi-Park. Anschließend wechselte er zur Cumhuriyet, deren Chefredakteur er Anfang 2015 wurde. Im Mai 2014 veröffentlichte er gemeinsam mit Ankara-Büroleiter Erdem Gül Material über angebliche Verstrickungen des türkischen Staates in den syrischen Bürgerkrieg.

Erdem Gül wurde 1967 im türkischen Giresun geboren und studierte Journalismus an der Gazi-Universität in Ankara. 1992 begann er seine berufliche Laufbahn bei der türkischen Nachrichtenagentur Anka. 2010 wurde er zunächst Parlamentsreporter von Cumhuriyet, seit 2013 leitete er das Hauptstadtbüro der Zeitung in Ankara. Im Cumhuriyet-Prozess um die Berichterstattung zu einem geheimen Militärtransport der Türkei nach Syrien galt Erdem Gül als Hauptangeklagter. Er wurde zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt. Auch dieses Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Im November 2015 wurden beide Journalisten verhaftet, wobei das türkische Verfassungsgericht die Untersuchungshaft im Februar 2016 als unrechtmäßig bezeichnete. Der Prozess begann am 25. März 2016, die Anklage lautete auf wissentliche und willentliche Unterstützung einer bewaffneten Terrororganisation und Spionage von Staatsgeheimnissen. Während Dündar am 6. Mai 2016 auf das Urteil wartete, wurde ein Schusswaffenattentat auf ihn verübt. Dündar wurde wegen der Veröffentlichung von Staatsgeheimnissen zu fünf Jahren und zehn Monaten Freiheitsstrafe verurteilt, Gül zu fünf Jahren. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Zum Preis
Mit dem “Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien” ehrt die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig seit 2001 jährlich Journalisten, Verleger und Institutionen, die sich mit hohem persönlichem Einsatz für die Freiheit und Zukunft der Medien engagieren. Der Preis soll auch die Erinnerung an die friedliche Revolution in Leipzig am 9. Oktober 1989 wachhalten: Damals forderten die Demonstranten “eine freie Presse für ein freies Land”.

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Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien

Die Friedliche Revolution in der ehemaligen DDR begann 1989 in Leipzig. Die Menschen versammelten sich, beteten in der Nikolaikirche und demonstrierten anschließend zu zehntausenden auf den Straßen. Die mutigen Bürger dieser Stadt trotzten der Staatsmacht und forderten nicht zuletzt die Freiheit der Meinung und der Presse. Wie die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig mit all ihren Förderaktivitäten, steht auch der von ihr 2001 erstmals ausgelobte “Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien” in der Tradition der Friedlichen Revolution.

Der Leipziger Medienpreis gilt ausdrücklich nicht dem journalistischen Bravourstück oder einem einzelnen exzellenten Beitrag. Geehrt werden vielmehr Journalisten, Verleger, Publizisten und Institutionen in aller Welt, die sich mit Risikobereitschaft, hohem persönlichem Engagement, mit Beharrlichkeit, Mut und demokratischer Überzeugung für die Sicherung und Entwicklung der Pressefreiheit einsetzen. Die Liste der Preisträger der vergangenen Jahre verdeutlicht diesen Anspruch.

Zum Machtinstrumentarium der Herrschenden gehören in vielen Ländern der Erde unlautere Mediengesetze, Druck auf Journalisten und Verleger, Bevormundung von Funk und Fernsehen und staatliche Zensur. Daneben gefährden ökonomische Konzentrationsprozesse und Selbst-Zensur die Meinungsvielfalt und stehen einer unabhängigen Berichterstattung entgegen. Journalisten selbst beugen sich dem Diktat der Quote und setzen durch schnelle Veröffentlichungen ihre Glaubwürdigkeit aufs Spiel.

Die bisherigen Laureaten widerstanden diesen Bedrohungen und Versuchungen.

Es ist das Anliegen der Leipziger Medienstiftung, ihnen und allen anderen Mut zu machen.

Mehr Informationen über die Preisträger finden Sie hier.

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Europäisches Zentrum für Presse- und Medienfreiheit

Es war auf dem Leipziger Medienkongress, den die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig aus Anlass des zehnjährigen Jahrestages ihres “Preises für die Freiheit und Zukunft der Medien” im Oktober 2010 veranstaltete, als Hans-Ulrich Jörges, Mitglied der Chefredaktion des STERN und Chefredakteur Sonderaufgaben Gruner + Jahr, die Idee eines Europäischen Zentrums für Pressefreiheit in Leipzig erstmals öffentlich ins Spiel brachte. Jörges hatte bereits 2009 die “Europäische Charta für Pressefreiheit” ins Leben gerufen, die von 48 Chefredakteuren und leitenden Journalisten aus 19 Staaten unterzeichnet wurde. Nun sollte ein Zentrum für Pressefreiheit als Umsetzungsinstrument für die Charta folgen.

Leipzig als Keimzelle der Friedlichen Revolution im Osten Deutschlands – hier demonstrierten im Herbst 1989 zehntausende DDR-Bürger gegen die Staatsmacht und forderten unter anderem die Freiheit der Medien – erschien als idealer Standort: mit der Medienstiftung gab es bereits eine Organisation, die sich seit Jahren für die Presse- und Medienfreiheit einsetzt. Die Stiftung knüpft insbesondere mit ihrem seit 2001 vergebenen “Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien” an den Leipziger Geist des Herbstes 1989 an.

Unmittelbar nach dem Kongress 2010 begann die Erarbeitung eines Grobkonzeptes als Grundlage für die Suche nach Unterstützern für das Projekt. Es galt u. a. eine Rechtsform zu finden, die dem Zentrum ein größtmögliches Maß an Unabhängigkeit und Handlungsfähigkeit garantiert. Mit der Kanzlei CMS Hasche Sigle konnte der Stiftungsvorstand einen auch im EU-Recht überaus versierten Partner gewinnen, der bereit war, das Projekt bis zu seiner offiziellen Gründung pro bono zu begleiten. Die Kanzlei CMS Hasche Sigle fand in der Europäischen Genossenschaft (SCE) die geeignete Rechtsform für das Projekt und erstellte einen Satzungsentwurf auf Grundlage der Voraussetzungen, die das Zentrum künftig erfüllen sollte.

Pressekonferenz_Brüssel_30.06.2015 (European Parliament)

Vorstellung des Projektes bei Martin Schulz, Präsident des Europäischen Parlaments, in Brüssel (v.l.n.r.): Dr. Lutz Mükke (Projektkoordinator ECPMF), Hans-Ulrich Jörges (Gruner+Jahr), Maria Laura Franciosi (Ossigeno per l’Informazione), Martin Schulz (Europaparlament), Luisa Chiodi (Osservatorio Balcani e Caucaso), Dr. Harald Langenfeld (Medienstiftung der Sparkasse Leipzig), Margo Smit (VVOJ), Ides Debruyne (Journalismfund.eu), Stephan Seeger (Medienstiftung der Sparkasse Leipzig). Foto: EU-Parlament

Mit dem Europäischen Zentrum für Presse- und Medienfreiheit (kurz: ECPMF) sollen die Streiter für Presse- und Medienfreiheit in Europa eine starke Stimme bekommen. Kernziel des Zentrums ist es, europäische Medienfreiheitsinitiativen und -akteure unter einem gemeinsamen Dach zu vereinen und ihre Aktivitäten zu koordinieren. Das ECPMF dokumentiert mithilfe seiner Mitglieder aus ganz Europa und der Mitarbeiter am Standort Leipzig europaweit Verletzungen der Pressefreiheit und die Verfolgung von Journalisten und informiert sowohl Öffentlichkeit als auch Politik über aktuelle und aufkommende Missstände.

Um das Projekt als europäische Initiative zu etablieren, war die Unterstützung seitens der Europäischen Union von herausragender Bedeutung. Hans-Ulrich Jörges, Christoph Keese (Senior Vice President Investor Relations and Public Affairs der Axel Springer SE) und Stephan Seeger, Geschäftsführender Vorstand der Medienstiftung, fanden im Präsidenten des Europäischen Parlamentes, Martin Schulz, einen herausragenden Fürsprecher. Aus Gesprächen mit weiteren EU-Parlamentariern, stellvertretend seien hier EU-Vizeparlamentspräsident Alexander Graf Lambsdorff und Elmar Brok (Vorsitzender des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten des EU-Parlamentes) genannt, entwickelte sich eine parteiübergreifende Unterstützung im Europäischen Parlament, welches schließlich im Rahmen der Haushaltsberatungen die für das Zentrum notwendigen Mittel in Höhe von einer Million Euro bereitstellte.

Unter der Voraussetzung einer Förderung durch die EU erklärten sich der Freistaat Sachsen und die Stadt Leipzig ebenfalls zu einer finanziellen Förderung des künftigen Zentrums bereit. Mit der Zusage der Medienstiftung für eine finanzielle Förderung war die Grundlage geschaffen, die detaillierte Projektplanung als Voraussetzung für die Antragsstellung bei der EU-Kommission anzugehen und europaweit um Unterstützung bei journalistischen Organisationen, Institutionen und Hochschulen, die sich mit dem Thema Pressefreiheit befassen, zu werben. Hierzu bedurfte es fachkundiger Verstärkung des Stiftungsteams.
Bei der Suche nach einem geeigneten Projektmanager fiel die Wahl auf Dr. Lutz Mükke, welcher der Stiftung als ihr erster Promotionsstipendiat bereits bekannt war. Mit Erfolg machte sich Dr. Mükke an die europaweite Akquise von Projektpartnern. Parallel zur Akquise stand der detaillierte Konzeptentwurf im Zentrum der Arbeit. Neben den bereits erwähnten Förderern Freistaat Sachsen, Stadt Leipzig und Medienstiftung, sagte auch das Auswärtige Amt seine Unterstützung für das Projekt zu. Im Oktober 2013 konnte der Antrag fristgerecht an die EU-Kommission gesendet werden.

Zur Enttäuschung aller Beteiligter, vor allem auch der EU-Parlamentarier, erhielt der Leipziger Antrag 2013 keinen Zuschlag durch die ausschreibende EU-Kommission. Statt eines einzelnen Zentrums wurden verschiedene Projekte und Projektträger gefördert. Nichtdestotrotz entschied der Stiftungsrat der Medienstiftung auf Vorschlag des Stiftungsvorstandes 2014, nachdrücklich von Parlamentspräsident Schulz und den unterstützenden Parlamentariern animiert, am Vorhaben festzuhalten und eine zweite Bewerbung zu wagen. Das Projekt wurde erneut ausgeschrieben, das Konzept noch einmal überarbeitet und als neuer Antrag bei der Kommission eingereicht.

Im März 2015 kam schließlich die Nachricht von der EU-Kommission aus Brüssel, dass die Medienstiftung als Konsortialführer gemeinsam mit Partnern aus drei weiteren europäischen Staaten (Journalismfund.eu, Belgien; Institut für Europäisches Medienrecht, Deutschland; Ossigeno per l’Informazione und Osservatorio Balcani e Caucaso, beide Italien und die South East Europe Media Organisation (SEEMO), Österreich) den Zuschlag für das Europäische Zentrum für Presse- und Medienfreiheit (engl. European Centre for Press and Media Freedom) erhält.

Am 24. Juni 2015 fand in Leipzig die Gründungsversammlung der Europäischen Genossenschaft (SCE) mit der Wahl von Vorstand und Aufsichtsrat statt. Vertreter von über 20 europäischen Journalistenorganisationen, Medienunternehmen und -gewerkschaften sowie Medienwissenschaftler und -anwälte aus zahlreichen europäischen Ländern gehören zu den Gründungsmitgliedern. Die Organisationsform als Europäische Genossenschaft erlaubt Rechtsgültigkeit des Zentrums in allen 28 EU-Mitgliedsstaaten sowie größtmögliche Unabhängigkeit gegenüber staatlichen Institutionen und zugleich direkte Teilhabe der mitwirkenden Organisationen und Initiativen an der Arbeit des Zentrums. Diese Teilhabe drückt sich unter anderem in den Gremien des ECPMF aus: Sowohl Vorstand als auch Aufsichtsrat gehören zahlreiche Vertreter wichtiger europäischer Pressefreiheitsinitiativen an. Die Arbeit des Zentrums wird am Standort Leipzig auf dem Mediencampus Villa Ida, dem Sitz der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig, koordiniert.

Es entspricht der Förderphilosophie der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig, dass das von ihr als Projektträgerin und Antragstellerin maßgeblich entwickelte und finanziell geförderte Projekt mit der Eintragung der gegründeten Genossenschaft in das Genossenschaftsregister und der damit einhergehenden vollen Rechtsfähigkeit in die eigenverantwortliche Unabhängigkeit übergeht. Die Stiftung wird das ECPMF auch in Zukunft im Rahmen ihrer Möglichkeiten nach Kräften unterstützen. Die Stiftung dankt der Kanzlei CMS Hasche Sigle, der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO, Herrn Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Hartwig Künckeler sowie dem deutschen Genossenschaftsverband in Frankfurt am Main für ihre kompetente und entgegenkommende Unterstützung.

Stephan Seeger
Geschäftsführender Vorstand der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig
Direktor Stiftungen der Sparkasse Leipzig

Weitere Informationen: www.ecpmf.eu und twitter.com/ECPMF

Mitglieder des ECPMF

  • Galina Arapova, Direktorin des Mass Media Defence Centre (MMDC), Russland
  • Mogens Blicher Bjerregaard, Präsident der European Federation of Journalists (EFJ)
  • Federica Delogu, Journalistin beim Ossigeno per l’informazione, Italien
  • Vesselin Dimitrov, stellvertretender Chefredakteur bei Forbes Bulgarien
  • Jodie Ginsberg, Chief Executive des Index on Censorship, Großbritannien
  • Nadine Gogu, Geschäftsführerin des Independent Journalism Center, Republik Moldau
  • Esad Hećimović, Investigativreporter und Redakteur bei OBN TV Sarajevo, Bosnien-Herzegowina
  • Hans-Ulrich Jörges, Mitglied der Chefredaktion des STERN sowie Chefredakteur Special Affairs bei Gruner+Jahr, Deutschland
  • Henrik Kaufholz, Mitbegründer und Manager von SCOOP, Dänemark
  • Christoph Keese, Senior Vice President der Axel Springer SE, Deutschland
  • Dr. Harald Langenfeld, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Leipzig und der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig, Deutschland
  • Gavin MacFadyen, Direktor des Centre for Investigative Journalism, University of London, Großbritannien
  • Răzvan Martin, Koordinator des FreeEx Program bei ActiveWatch, Rumänien
  • Anthony McNicholas, Senior lecturer an der Faculty of Arts, Design and Media, University of Westminster, Großbritannien
  • Kerstin Mey, Dekanin der Faculty of Arts, Design and Media, University of Westminster, Großbritannien
  • Dr. Helga Montag, Mitglied des Vorstandes von Journalisten helfen Journalisten e. V., Deutschland
  • Dr. Lutz Mükke, Hauptgeschäftsführer des ECPMF
  • Balázs Nagy Navarro, freier Journalist, Ungarn
  • Peter Noorlander, Geschäftsführer der Media Legal Defence Initiative (MLDI)
  • Prof. Dr. Stephan Ory, Direktor des Instituts für Europäisches Medienrecht (EMR), Deutschland
  • Dr. Georgios Pleios, Professor und Leiter der Abteilung Communication and Media Studies an der National and Kapodistrian University Athen, Griechenland
  • Vladimir Radomirovic, Chefredakteur von Pištaljka, Serbien
  • Renate Schröder, Direktorin der European Federation of Journalists
  • Stephan Seeger, Geschäftsführender Vorstand der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig, Deutschland
  • Naser Selmani, Direktor der Association of Journalists of Macedonia, Mazedonien
  • Ljiljana Smajlović, Präsidentin der Journalists’ Association of Serbia, Serbien
  • Trine Smistrup, Projektmanagerin, Journalismfund, Belgien
  • Margo Smit, freie Investigativjournalistin, Ombudsfrau beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk NOS, Niederlande (vormals Direktorin der Dutch-Flemish Association of Investigative Journalists (VVOJ))
  • Martin Stoll, Präsident von Öffentlichkeitsgesetz.ch, Schweiz
  • Dr. Dirk Voorhoof, Professor für International Media Law, Gent University, Belgien
  • Oliver Vujovic, Generalsekretär von SEEMO, Österreich
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Kontakt

Medienstiftung der Stadt- und Kreissparkasse Leipzig

Menckestraße 27
D-04155 Leipzig

Tel.: +49 341 – 5629 661
Fax: +49 341 – 5629 663
info(at)leipziger-medienstiftung.de

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Mediencampus

Das von der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig errichtete Gebäude im Stadtteil Gohlis bildet mit der historischen Villa Ida, dem eigentlichen Stiftungssitz, ein interessantes Ensemble, das Altes mit Neuem verbindet.

Der “Mediencampus Villa Ida” ist Sitz der “Leipzig School of Media” (LSoM), einer Tochtergesellschaft der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig. Die LSoM ist das Kompetenzzentrum für akademisch fundierte Weiterbildung im Bereich Crossmedia. In Masterstudiengängen sowie Kursen und Schulungen bildet sie auf einem exzellenten wissenschaftlichen Niveau berufstätige Arbeitnehmer und Medienschaffende aus Agenturen, Redaktionen, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen berufsbegleitend weiter. Die Angebote werden in Kooperation mit der Universität Leipzig und der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) organisiert und betreut. www.leipzigschoolofmedia.de

Darüber hinaus steht der “Mediencampus Villa Ida” als moderner und exklusiver Veranstaltungsort für Workshops, Seminare, Tagungen und Empfänge für bis zu 240 Personen zur Verfügung. Der “Mediencampus Villa Ida” ist nach dem Baukastenprinzip konzipiert worden. Die beiden Veranstaltungssäle im Erdgeschoss und zwei der drei Seminarräume im ersten Obergeschoss sind durch mobile Wände getrennt, die sich bei Bedarf schnell entfernen lassen. Für Ihre Veranstaltungen können wir so die optimalen Voraussetzungen schaffen, egal ob konzentrierte Seminaratmosphäre, repräsentatives Plenum oder Festveranstaltung.

Unsere Räume sind mit modernster Präsentationstechnik ausgestattet. Die organisatorische und technische Betreuung Ihrer Veranstaltung wird durch unser kompetentes Team gewährleistet. Für die Übernachtung vor Ort stehen den Dozenten, Referenten, Studenten und Ihren Gästen vier Appartements zur Verfügung.

Das Hotel Michaelis Leipzig betreibt unser “Restaurant Campus” und ist zudem Exklusivpartner für das Catering aller Veranstaltungen. Ob Konferenz, Seminar oder Empfang – das Team des Hotel Michaelis Leipzig unterbreitet Ihnen gern ein entsprechendes Angebot.

Mediencampus Villa Ida
Hotel Michaelis

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