Pressemitteilung 05.11.2016: Ein gehörloser, georgischer “Billy Elliot”

Mariam Chachia gewinnt bei DOK Leipzig den “Next Masters Wettbewerb” 2016 und die Goldene Taube der Medienstiftung

Leipzig, der 5. November 2016. Die georgische Filmemacherin Mariam Chachia gewinnt den “Next Masters Wettbewerb” des 59. DOK Leipzig und damit die mit 10.000 Euro dotierte “Goldene Taube” der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig. Ihr Film “Listen to the Silence” setzte sich unter elf internationalen Produktionen in diesem Wettbewerb durch. In Leipzig erlebte er seine Weltpremiere.

Preisträgerin Mariam Chachia (Foto: DOK Leipzig 2016/ Maiju Saari)

Preisträgerin Mariam Chachia (Foto: DOK Leipzig 2016/ Maiju Saari)

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06.11.2016


Solidaritätsadresse der Leipziger Medienpreisträger mit türkischen Journalistinnen und Journalisten

Aufgrund der aktuellen Ereignisse in der Türkei, hat die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig eine Solidaritätsadresse der Preisträger des Preises für die Freiheit und Zukunft der Medien für ihre türkischen Kolleginnen und Kollegen initiiert. Diese Solidaritätsadresse wurde im Rahmen der Verleihung des Preises an Can Dündar und Erdem Gül am 7. Oktober 2016 veröffentlicht. Die Liste der unterzeichnenden Preisträger wird ständig erweitert.

Solidaritätsadresse

Wir, die unterzeichnenden Preisträger des Leipziger “Preises für die Freiheit und Zukunft der Medien”, verurteilen aufs Schärfste die Verfolgung der türkischen Journalisten, Kolumnisten und Autoren Ahmet Altan, Nedim Şener, Erdem Gül und Can Dündar, die Bedrohung der unabhängigen Arbeit Hunderter weiterer türkischer Journalisten sowie die fortdauernde Beschränkung der Meinungs-, Medien- und Pressefreiheit in der Türkei. Die vier Journalisten, jeder für sich Preisträger des Leipziger “Preises für die Freiheit und Zukunft der Medien”, stehen beispielhaft für das massive Vorgehen des türkischen Staatsapparates gegen regierungskritische Medien und Journalisten sowohl vor als auch nach dem gescheiterten Putschversuch vom Juli 2016. Mehr dazu …

01.11.2016


Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien 2016 – Impressionen

Am 7. Oktober 2016 verlieh die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig ihren Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien an die türkischen Journalisten Can Dündar und Erdem Gül. Can Dündar konnte den Preis persönlich in Leipzig entgegennehmen. Erdem Gül wurde jedoch von den türkischen Behörden an der Ausreise gehindert.

Impressionen von Preisverleihung und Pressekonferenz

(alle Fotos: Medienstiftung / Anna Lena Kreft)

v.l.n.r.: Stephan Seeger (Geschäftsführender Vorstand der Medienstiftung), Festredner S.E. Erzbischof Dr. Heiner Koch (Erzbistum Berlin), Burkhard Jung (Oberbürgermeister der Stadt Leipzig), Preisträger Can Dündar und Dr. Harald Langenfeld (Vorstandsvorsitzender der Medienstiftung und der Sparkasse Leipzig).

Dr. Harald Langenfeld begrüßte die Gäste der Preisverleihung.

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21.10.2016


Feierliche Immatrikulation: Leipzig School of Media begrüßt neue Studierende

Am 19. Oktober 2016 hat die Leipzig School of Media (LSoM) die neuen Studierenden der berufsbegleitenden Studiengänge New Media Journalism, Corporate Media und Mobile Marketing feierlich immatrikuliert. Am Abend vor dem Start der ersten Lehrveranstaltungen konnten die 24 Neuen ihren “Schultütenmoment” auf dem Mediencampus Villa Ida genießen.

Die Studierenden stammen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein. Alle LSoM-Erstsemester haben bereits einen Hochschulabschluss in der Tasche und verfügen über ein breites Spektrum unterschiedlicher Berufserfahrungen. Unter ihren Arbeitgebern finden sich neben Rundfunkunternehmen und Verlagen, wie Radio SRF, ORF und Sächsische Zeitung, auch die Kommunikationsagentur Scholz & Friends sowie der Energieversorger Rheinenergie und die Krankenkasse AOK Plus. Mehr dazu …

21.10.2016


Pressemitteilung 07.10.2016: Die Wahrheit enthüllen

Verleihung des Preises für die Freiheit und Zukunft der Medien an die türkischen Journalisten Can Dündar und Erdem Gül

Leipzig, der 7. Oktober 2016. Mit dem Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien ehrte die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig am Abend des 7. Oktober 2016 die türkischen Journalisten Can Dündar und Erdem Gül. Der Preis, der jährlich an Journalisten, Medienschaffende und Institutionen verliehen wird, die sich mit besonderem Mut und großem Engagement für die Pressefreiheit einsetzen, ist mit 30.000 Euro dotiert. Can Dündar nahm den Preis persönlich entgegen, Erdem Gül wurde durch Entzug seines Passes an der Ausreise aus der Türkei gehindert. Mehr dazu …

07.10.2016


Stiftung

Wer die Entwicklung freier Medien fördern und unterstützen will, muss mehr als nur ökonomische und arbeitsmarktpolitische Aspekte im Blick haben. Bedeutung und Attraktivität entfaltet ein Medienstandort vor allem dann, wenn er für ein Klima steht, in dem die große Verantwortung der Medien für eine freie Gesellschaft als Verpflichtung und Herausforderung zugleich begriffen wird.

Die Sparkasse Leipzig möchte dazu einen Beitrag leisten und beschloss im Frühjahr 1999 die Gründung einer Medienstiftung. Die Stiftung wurde im Rahmen des Festaktes zum 175-jährigen Jubiläum der Sparkasse am 4. Mai 2001 der Öffentlichkeit vorgestellt.

Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Förderung der Aus- und Fortbildung junger Menschen im Bereich der Medien. Dazu gehören die Vergabe von Leistungsstipendien, zum Beispiel im Rahmen des Leipziger Medienpreises, gezielte Projektförderungen und die Organisation von Veranstaltungen zur politischen Bildung, etwa zum Gedenken an die Friedliche Revolution 1989 in Leipzig.

Finanziert werden die Stiftungsprojekte aus den Erträgen des Stiftungsvermögens sowie durch Zuwendungen und Spenden Dritter.

Alljährlich schreibt die Stiftung ihren “Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien” aus. Sie vergibt außerdem den “Axel-Eggebrecht-Preis”, den “Günter-Eich-Preis” und die “Goldene Taube” (die frühere “Talent-Taube”).

Nikolaisäule (Andreas Lamm)

Skulptur “Nikolaisäule” als Symbol des “Preises für die Freiheit und Zukunft der Medien” (Foto: Andreas Lamm)

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Lehre und Forschung

Die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig engagiert sich insbesondere bei der Aus- und Weiterbildung im Bereich der Medien. Hierzu hat sie in enger Kooperation mit den ortsansässigen Hochschulen Institute gegründet, Initiativen und Projekte ins Leben gerufen und die für ihre Aktivitäten notwendige Infrastruktur geschaffen. Schwerpunkte ihres Engagements sind:

  • die “Leipzig School of Media gGmbH” (LSoM) mit ihren berufsbegleitenden akademischen Master-Studiengängen und Seminar-Programmen,
  • das ” Europäische Institut für Journalismus- und Kommunikationsforschung e. V.” (EIJK) mit europaweit vergebenen Stipendien,
  • Sonderveranstaltungen für Radio-Feature and Radio-Hörspiel

Entdecken Sie diese Bereiche durch den Besuch der weiterführenden Seiten und erfahren Sie mehr über das Förderspektrum der Medienstiftung.

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Presse

Pressemitteilung 05.11.2016: Ein gehörloser, georgischer “Billy Elliot”

Mariam Chachia gewinnt bei DOK Leipzig den “Next Masters Wettbewerb” 2016 und die Goldene Taube der Medienstiftung

Leipzig, der 5. November 2016. Die georgische Filmemacherin Mariam Chachia gewinnt den “Next Masters Wettbewerb” des 59. DOK Leipzig und damit die mit 10.000 Euro dotierte “Goldene Taube” der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig. Ihr Film “Listen to the Silence” setzte sich unter elf internationalen Produktionen in diesem Wettbewerb durch. In Leipzig erlebte er seine Weltpremiere.

Preisträgerin Mariam Chachia (Foto: DOK Leipzig 2016/ Maiju Saari)

Preisträgerin Mariam Chachia (Foto: DOK Leipzig 2016/ Maiju Saari)

Der Gewinn des “Next Masters Wettbewerbs” ist mit einem von der Medienstiftung bereitgestellten Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro verbunden, das sich als Anschubfinanzierung für ein nächstes Filmprojekt der Preisträgerin versteht. Stephan Seeger, Geschäftsführender Vorstand der Medienstiftung und Direktor Stiftungen der Sparkasse Leipzig, gratulierte der georgischen Filmemacherin: “Ihre Produktion zeigt uns aufs Beste, wozu Dokumentarfilm in der Lage ist: Er führt uns ganz nah an eine bemerkenswerte Person heran, die ihr Leben an einem unwahrscheinlichen Ort zu meistern hat. Die eingesetzten filmischen Mittel sorgen dafür, das aus Filmschauen Empathie mit Ihrer Hauptperson wird.”

Die renommierte russische Regisseurin und Produzentin Marina Razbezhkina, in diesem Jahr Jurorin des “Next Masters Wettbewerbs”, begründete, Mariam Chachia erhalte die Ehrung “für den Glauben daran, dass der Mensch seine innere Welt aus sich heraus verändern kann, selbst wenn das Leben ihm gegenüber grausam ist.” Die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig unterstützt das DOK Leipzig seit 2004 durch die Stiftung des Preisgeldes für herausragende Nachwuchsfilme.

Zum Inhalt von “Listen to the Silence”: Der Film führt den Zuschauer an eine Schule für gehörlose Kinder in Tbilissi, die dort auch tanzen lernen. Mariam Chachia folgt vor allem dem Jungen Luka, einem kleinen Wirbelwind und gehörlosen “Billy Elliot”, in Glück und Unglück. Der Zuschauer erlebt die Schule, die Kinder, ihren Tanzunterricht, Streitereien, eine kleine Liebesgeschichte – und dies aus ungewöhnlicher Perspektive, wenn sich beispielsweise die Geräusche des Lebens auf der Leinwand wie für die Kinder in ein wattiges Nichts verwandeln.

zur Homepage des DOK-Filmfestivals

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Preisträger 2011

Hubert Wiedfeld
Hubert Wiedfeld

Der von der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig ausgeschriebene “Günter-Eich-Preis” 2011 geht an den in Hamburg lebenden Hörspielautor Hubert Wiedfeld. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung würdigt das Lebenswerk von Autoren, die die Gattung Hörspiel ideenreich und stetig erweitert haben. “Über mehr als vier Jahrzehnte haben die von Hubert Wiedfeld entwickelten Stoffe und Formideen das deutschsprachige Hörspiel positiv beeinflusst und fortentwickelt”, begründete die Jury die Wahl des 1937 in Braunschweig geborenen Autors und Schriftstellers.

Der Preis wird am 27. Januar 2011 im Leipziger “Mediencampus Villa Ida” übergeben. Die Preisvergabe findet im Rahmen der “Radiowerkstatt Hörspiel” statt, zu der Nachwuchsautoren in der Messestadt zusammenkommen, um von den Meistern des Genres zu lernen.

Wiedfeld begann 1969 mit der Hörspielproduktion. Zuvor schloss er eine Bankkaufmannslehre ab und arbeitete in einer Jugendstrafanstalt sowie in einem Heil- und Pflegeheim. Erfahrungen, die er in seinen mehr als 30 veröffentlichten Stücken auch literarisch verarbeitete und aufgriff. Heute gilt Wiedfeld als einer der bedeutendsten Hörspielautoren des Landes. Die Jury urteilt dazu: “Seine Hörspiele spiegeln die deutsche Zeitgeschichte – im Großen wie im Detail – wie es selten bei einem Hörspielautor zu beobachten ist.” Wiedfelds Kriminal-, Mundart- und Social-Fiction-Spiele wurden u. a. mit dem “Prix Italia” ausgezeichnet.

Der “Günter-Eich-Preis” wird seit 2007 alle zwei Jahre vergeben. Zu den Preisträgern zählen Alfred Behrens (Deutschland, 2007) und Eberhard Petschinka (Österreich, 2009). Insgesamt waren in diesem Jahr zwölf Autorinnen und Autoren nominiert. Zur Jury gehörten die Hörspielkritikerin Eva Maria Lenz, die Leipziger Journalistin Linde Rotta, der Chefredakteur der “Thüringer Allgemeinen” Paul-Josef-Raue sowie der frühere Leiter der Abteilung Literatur und Hörspiel beim Österreichischen Rundfunk Konrad Zobel. Als Vorsitzender der Jury fungierte Christoph Buggert, bis 2002 Hörspielleiter des Hessischen Rundfunks.

Die Begründung der Jury lautet:

“In einer beeindruckenden Ausschließlichkeit hat der 1937 in Braunschweig geborene Hubert Wiedfeld sein Lebenswerk mit dem Medium Radio verbunden. Über mehr als vier Jahrzehnte haben die von ihm entwickelten Stoffe und Formideen das deutschsprachige Hörspiel positiv beeinflusst und fortentwickelt. Am Anfang stehen die sozialkritischen Töne der 1960er und 1970er Jahre, die Wiedfeld durch das Einbringen selbsterfahrener Wirklichkeiten erdet. Die darauf folgende Schaffensphase ist geprägt durch eine stetige Erweiterung der literarischen Ausdrucksmittel. Neben Ausflügen in die Erzählmuster der Detektivgeschichte und der Science Fiction stehen spielerische Versuche mit Bildwelten des Surrealismus. Die großen Hörwerke des letzten Jahrzehnts bringen die bisher entwickelten Werkzeuge souverän zur Geltung. Es entstehen ebenso komplexe wie dichterisch intensive Versuche einer akustischen Weltdeutung, die nicht zuletzt die technischen Möglichkeiten des Mediums Radio bis an die Grenze herausfordern. Wiedfelds Hörspiele spiegeln deutsche Zeitgeschichte – im Großen wie im Detail – wie es selten bei einem Hörspielautor zu beobachten ist.

Der von der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig ausgeschriebene Günter-Eich-Preis setzt zwei Schwerpunkte. Es handelt sich um einen Autoren-Preis und er wird für ein Lebenswerk vergeben. In beiden Hinsichten scheint die Entscheidung für Hubert Wiedfeld geradezu zwingend, sie fiel mit großer Mehrheit. Vorgeschlagen wurde der Autor vom Westdeutschen Rundfunk. Die Jury erinnert ausdrücklich daran, dass der gleiche Vorschlag bei früheren Ausschreibungen auch vom Hessischen Rundfunk und vom Norddeutschen Rundfunk kam. Schon bei den vorhergehenden Wettbewerben gelangte der diesjährige Preisträger in die engste Wahl.”

Weitere Informationen zum “Günter-Eich-Preis” der Medienstiftung unter: www.guenter-eich-preis.de

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Europäisches Zentrum für Presse- und Medienfreiheit

Es war auf dem Leipziger Medienkongress, den die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig aus Anlass des zehnjährigen Jahrestages ihres “Preises für die Freiheit und Zukunft der Medien” im Oktober 2010 veranstaltete, als Hans-Ulrich Jörges, Mitglied der Chefredaktion des STERN und Chefredakteur Sonderaufgaben Gruner + Jahr, die Idee eines Europäischen Zentrums für Pressefreiheit in Leipzig erstmals öffentlich ins Spiel brachte. Jörges hatte bereits 2009 die “Europäische Charta für Pressefreiheit” ins Leben gerufen, die von 48 Chefredakteuren und leitenden Journalisten aus 19 Staaten unterzeichnet wurde. Nun sollte ein Zentrum für Pressefreiheit als Umsetzungsinstrument für die Charta folgen.

Leipzig als Keimzelle der Friedlichen Revolution im Osten Deutschlands – hier demonstrierten im Herbst 1989 zehntausende DDR-Bürger gegen die Staatsmacht und forderten unter anderem die Freiheit der Medien – erschien als idealer Standort: mit der Medienstiftung gab es bereits eine Organisation, die sich seit Jahren für die Presse- und Medienfreiheit einsetzt. Die Stiftung knüpft insbesondere mit ihrem seit 2001 vergebenen “Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien” an den Leipziger Geist des Herbstes 1989 an.

Unmittelbar nach dem Kongress 2010 begann die Erarbeitung eines Grobkonzeptes als Grundlage für die Suche nach Unterstützern für das Projekt. Es galt u. a. eine Rechtsform zu finden, die dem Zentrum ein größtmögliches Maß an Unabhängigkeit und Handlungsfähigkeit garantiert. Mit der Kanzlei CMS Hasche Sigle konnte der Stiftungsvorstand einen auch im EU-Recht überaus versierten Partner gewinnen, der bereit war, das Projekt bis zu seiner offiziellen Gründung pro bono zu begleiten. Die Kanzlei CMS Hasche Sigle fand in der Europäischen Genossenschaft (SCE) die geeignete Rechtsform für das Projekt und erstellte einen Satzungsentwurf auf Grundlage der Voraussetzungen, die das Zentrum künftig erfüllen sollte.

Pressekonferenz_Brüssel_30.06.2015 (European Parliament)

Vorstellung des Projektes bei Martin Schulz, Präsident des Europäischen Parlaments, in Brüssel (v.l.n.r.): Dr. Lutz Mükke (Projektkoordinator ECPMF), Hans-Ulrich Jörges (Gruner+Jahr), Maria Laura Franciosi (Ossigeno per l’Informazione), Martin Schulz (Europaparlament), Luisa Chiodi (Osservatorio Balcani e Caucaso), Dr. Harald Langenfeld (Medienstiftung der Sparkasse Leipzig), Margo Smit (VVOJ), Ides Debruyne (Journalismfund.eu), Stephan Seeger (Medienstiftung der Sparkasse Leipzig). Foto: EU-Parlament

Mit dem Europäischen Zentrum für Presse- und Medienfreiheit (kurz: ECPMF) sollen die Streiter für Presse- und Medienfreiheit in Europa eine starke Stimme bekommen. Kernziel des Zentrums ist es, europäische Medienfreiheitsinitiativen und -akteure unter einem gemeinsamen Dach zu vereinen und ihre Aktivitäten zu koordinieren. Das ECPMF dokumentiert mithilfe seiner Mitglieder aus ganz Europa und der Mitarbeiter am Standort Leipzig europaweit Verletzungen der Pressefreiheit und die Verfolgung von Journalisten und informiert sowohl Öffentlichkeit als auch Politik über aktuelle und aufkommende Missstände.

Um das Projekt als europäische Initiative zu etablieren, war die Unterstützung seitens der Europäischen Union von herausragender Bedeutung. Hans-Ulrich Jörges, Christoph Keese (Senior Vice President Investor Relations and Public Affairs der Axel Springer SE) und Stephan Seeger, Geschäftsführender Vorstand der Medienstiftung, fanden im Präsidenten des Europäischen Parlamentes, Martin Schulz, einen herausragenden Fürsprecher. Aus Gesprächen mit weiteren EU-Parlamentariern, stellvertretend seien hier EU-Vizeparlamentspräsident Alexander Graf Lambsdorff und Elmar Brok (Vorsitzender des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten des EU-Parlamentes) genannt, entwickelte sich eine parteiübergreifende Unterstützung im Europäischen Parlament, welches schließlich im Rahmen der Haushaltsberatungen die für das Zentrum notwendigen Mittel in Höhe von einer Million Euro bereitstellte.

Unter der Voraussetzung einer Förderung durch die EU erklärten sich der Freistaat Sachsen und die Stadt Leipzig ebenfalls zu einer finanziellen Förderung des künftigen Zentrums bereit. Mit der Zusage der Medienstiftung für eine finanzielle Förderung war die Grundlage geschaffen, die detaillierte Projektplanung als Voraussetzung für die Antragsstellung bei der EU-Kommission anzugehen und europaweit um Unterstützung bei journalistischen Organisationen, Institutionen und Hochschulen, die sich mit dem Thema Pressefreiheit befassen, zu werben. Hierzu bedurfte es fachkundiger Verstärkung des Stiftungsteams.
Bei der Suche nach einem geeigneten Projektmanager fiel die Wahl auf Dr. Lutz Mükke, welcher der Stiftung als ihr erster Promotionsstipendiat bereits bekannt war. Mit Erfolg machte sich Dr. Mükke an die europaweite Akquise von Projektpartnern. Parallel zur Akquise stand der detaillierte Konzeptentwurf im Zentrum der Arbeit. Neben den bereits erwähnten Förderern Freistaat Sachsen, Stadt Leipzig und Medienstiftung, sagte auch das Auswärtige Amt seine Unterstützung für das Projekt zu. Im Oktober 2013 konnte der Antrag fristgerecht an die EU-Kommission gesendet werden.

Zur Enttäuschung aller Beteiligter, vor allem auch der EU-Parlamentarier, erhielt der Leipziger Antrag 2013 keinen Zuschlag durch die ausschreibende EU-Kommission. Statt eines einzelnen Zentrums wurden verschiedene Projekte und Projektträger gefördert. Nichtdestotrotz entschied der Stiftungsrat der Medienstiftung auf Vorschlag des Stiftungsvorstandes 2014, nachdrücklich von Parlamentspräsident Schulz und den unterstützenden Parlamentariern animiert, am Vorhaben festzuhalten und eine zweite Bewerbung zu wagen. Das Projekt wurde erneut ausgeschrieben, das Konzept noch einmal überarbeitet und als neuer Antrag bei der Kommission eingereicht.

Im März 2015 kam schließlich die Nachricht von der EU-Kommission aus Brüssel, dass die Medienstiftung als Konsortialführer gemeinsam mit Partnern aus drei weiteren europäischen Staaten (Journalismfund.eu, Belgien; Institut für Europäisches Medienrecht, Deutschland; Ossigeno per l’Informazione und Osservatorio Balcani e Caucaso, beide Italien und die South East Europe Media Organisation (SEEMO), Österreich) den Zuschlag für das Europäische Zentrum für Presse- und Medienfreiheit (engl. European Centre for Press and Media Freedom) erhält.

Am 24. Juni 2015 fand in Leipzig die Gründungsversammlung der Europäischen Genossenschaft (SCE) mit der Wahl von Vorstand und Aufsichtsrat statt. Vertreter von über 20 europäischen Journalistenorganisationen, Medienunternehmen und -gewerkschaften sowie Medienwissenschaftler und -anwälte aus zahlreichen europäischen Ländern gehören zu den Gründungsmitgliedern. Die Organisationsform als Europäische Genossenschaft erlaubt Rechtsgültigkeit des Zentrums in allen 28 EU-Mitgliedsstaaten sowie größtmögliche Unabhängigkeit gegenüber staatlichen Institutionen und zugleich direkte Teilhabe der mitwirkenden Organisationen und Initiativen an der Arbeit des Zentrums. Diese Teilhabe drückt sich unter anderem in den Gremien des ECPMF aus: Sowohl Vorstand als auch Aufsichtsrat gehören zahlreiche Vertreter wichtiger europäischer Pressefreiheitsinitiativen an. Die Arbeit des Zentrums wird am Standort Leipzig auf dem Mediencampus Villa Ida, dem Sitz der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig, koordiniert.

Es entspricht der Förderphilosophie der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig, dass das von ihr als Projektträgerin und Antragstellerin maßgeblich entwickelte und finanziell geförderte Projekt mit der Eintragung der gegründeten Genossenschaft in das Genossenschaftsregister und der damit einhergehenden vollen Rechtsfähigkeit in die eigenverantwortliche Unabhängigkeit übergeht. Die Stiftung wird das ECPMF auch in Zukunft im Rahmen ihrer Möglichkeiten nach Kräften unterstützen. Die Stiftung dankt der Kanzlei CMS Hasche Sigle, der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO, Herrn Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Hartwig Künckeler sowie dem deutschen Genossenschaftsverband in Frankfurt am Main für ihre kompetente und entgegenkommende Unterstützung.

Stephan Seeger
Geschäftsführender Vorstand der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig
Direktor Stiftungen der Sparkasse Leipzig

Weitere Informationen: www.ecpmf.eu und twitter.com/ECPMF

Mitglieder des ECPMF

  • Galina Arapova, Direktorin des Mass Media Defence Centre (MMDC), Russland
  • Mogens Blicher Bjerregaard, Präsident der European Federation of Journalists (EFJ)
  • Federica Delogu, Journalistin beim Ossigeno per l’informazione, Italien
  • Vesselin Dimitrov, stellvertretender Chefredakteur bei Forbes Bulgarien
  • Jodie Ginsberg, Chief Executive des Index on Censorship, Großbritannien
  • Nadine Gogu, Geschäftsführerin des Independent Journalism Center, Republik Moldau
  • Esad Hećimović, Investigativreporter und Redakteur bei OBN TV Sarajevo, Bosnien-Herzegowina
  • Hans-Ulrich Jörges, Mitglied der Chefredaktion des STERN sowie Chefredakteur Special Affairs bei Gruner+Jahr, Deutschland
  • Henrik Kaufholz, Mitbegründer und Manager von SCOOP, Dänemark
  • Christoph Keese, Senior Vice President der Axel Springer SE, Deutschland
  • Dr. Harald Langenfeld, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Leipzig und der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig, Deutschland
  • Gavin MacFadyen, Direktor des Centre for Investigative Journalism, University of London, Großbritannien
  • Răzvan Martin, Koordinator des FreeEx Program bei ActiveWatch, Rumänien
  • Anthony McNicholas, Senior lecturer an der Faculty of Arts, Design and Media, University of Westminster, Großbritannien
  • Kerstin Mey, Dekanin der Faculty of Arts, Design and Media, University of Westminster, Großbritannien
  • Dr. Helga Montag, Mitglied des Vorstandes von Journalisten helfen Journalisten e. V., Deutschland
  • Dr. Lutz Mükke, Hauptgeschäftsführer des ECPMF
  • Balázs Nagy Navarro, freier Journalist, Ungarn
  • Peter Noorlander, Geschäftsführer der Media Legal Defence Initiative (MLDI)
  • Prof. Dr. Stephan Ory, Direktor des Instituts für Europäisches Medienrecht (EMR), Deutschland
  • Dr. Georgios Pleios, Professor und Leiter der Abteilung Communication and Media Studies an der National and Kapodistrian University Athen, Griechenland
  • Vladimir Radomirovic, Chefredakteur von Pištaljka, Serbien
  • Renate Schröder, Direktorin der European Federation of Journalists
  • Stephan Seeger, Geschäftsführender Vorstand der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig, Deutschland
  • Naser Selmani, Direktor der Association of Journalists of Macedonia, Mazedonien
  • Ljiljana Smajlović, Präsidentin der Journalists’ Association of Serbia, Serbien
  • Trine Smistrup, Projektmanagerin, Journalismfund, Belgien
  • Margo Smit, freie Investigativjournalistin, Ombudsfrau beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk NOS, Niederlande (vormals Direktorin der Dutch-Flemish Association of Investigative Journalists (VVOJ))
  • Martin Stoll, Präsident von Öffentlichkeitsgesetz.ch, Schweiz
  • Dr. Dirk Voorhoof, Professor für International Media Law, Gent University, Belgien
  • Oliver Vujovic, Generalsekretär von SEEMO, Österreich
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Kontakt

Medienstiftung der Stadt- und Kreissparkasse Leipzig

Menckestraße 27
D-04155 Leipzig

Tel.: +49 341 – 5629 661
Fax: +49 341 – 5629 663
info(at)leipziger-medienstiftung.de

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Mediencampus

Das von der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig errichtete Gebäude im Stadtteil Gohlis bildet mit der historischen Villa Ida, dem eigentlichen Stiftungssitz, ein interessantes Ensemble, das Altes mit Neuem verbindet.

Der “Mediencampus Villa Ida” ist Sitz der “Leipzig School of Media” (LSoM), einer Tochtergesellschaft der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig. Die LSoM ist das Kompetenzzentrum für akademisch fundierte Weiterbildung im Bereich Crossmedia. In Masterstudiengängen sowie Kursen und Schulungen bildet sie auf einem exzellenten wissenschaftlichen Niveau berufstätige Arbeitnehmer und Medienschaffende aus Agenturen, Redaktionen, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen berufsbegleitend weiter. Die Angebote werden in Kooperation mit der Universität Leipzig und der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) organisiert und betreut. www.leipzigschoolofmedia.de

Darüber hinaus steht der “Mediencampus Villa Ida” als moderner und exklusiver Veranstaltungsort für Workshops, Seminare, Tagungen und Empfänge für bis zu 240 Personen zur Verfügung. Der “Mediencampus Villa Ida” ist nach dem Baukastenprinzip konzipiert worden. Die beiden Veranstaltungssäle im Erdgeschoss und zwei der drei Seminarräume im ersten Obergeschoss sind durch mobile Wände getrennt, die sich bei Bedarf schnell entfernen lassen. Für Ihre Veranstaltungen können wir so die optimalen Voraussetzungen schaffen, egal ob konzentrierte Seminaratmosphäre, repräsentatives Plenum oder Festveranstaltung.

Unsere Räume sind mit modernster Präsentationstechnik ausgestattet. Die organisatorische und technische Betreuung Ihrer Veranstaltung wird durch unser kompetentes Team gewährleistet. Für die Übernachtung vor Ort stehen den Dozenten, Referenten, Studenten und Ihren Gästen vier Appartements zur Verfügung.

Das Hotel Michaelis Leipzig betreibt unser “Restaurant Campus” und ist zudem Exklusivpartner für das Catering aller Veranstaltungen. Ob Konferenz, Seminar oder Empfang – das Team des Hotel Michaelis Leipzig unterbreitet Ihnen gern ein entsprechendes Angebot.

Mediencampus Villa Ida
Hotel Michaelis

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