Pressemitteilung 31.01.2017: Erfahrene Journalistin und Führungspersönlichkeit mit Gestaltungskraft

Nathalie Wappler Hagen zur Stiftungsrätin der Leipziger Medienstiftung berufen

Leipzig, der 31. Januar 2017. Nathalie Wappler Hagen, Programmdirektorin des Mitteldeutschen Rundfunks am Standort Halle an der Saale, verstärkt ab sofort den Stiftungsrat der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig. “Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit der Medienstiftung, die mit ihrer inhaltlichen Arbeit, mit der von ihr unterstützten Forschungstätigkeit und mit ihren Ausbildungsangeboten eine große Bedeutung für den Medienstandort Leipzig und darüber hinaus erlangt hat. Qualität und Quantität dieses Leistungsspektrums zu erhalten, sehe ich als meine Aufgabe als Stiftungsrätin”, so Nathalie Wappler Hagen. “Mit großer Gestaltungskraft hat Nathalie Wappler Hagen ihre berufliche Erfahrung als Kultur- und Politikjournalistin in den vergangenen Jahren zunehmend in verantwortungsvolle Positionen beim Schweizer Fernsehen, beim deutschsprachigen Gemeinschaftssender 3sat sowie nunmehr als MDR-Programmdirektorin eingebracht. Sie verfügt über ein breites Branchenwissen und wird damit unsere Arbeit sehr bereichern”, freut sich Stephan Seeger, Geschäftsführender Vorstand der Medienstiftung, auf die Zusammenarbeit. Mehr dazu …

31.01.2017


Pressemitteilung 24.01.2017: “Beobachter und Zeitzeuge seiner Generation”

Der erste Erich-Loest-Preis der Medienstiftung geht an Guntram Vesper

Leipzig, der 24. Januar 2017. Guntram Vesper ist der erste Preisträger des Erich-Loest-Preises, der von der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig im Andenken an den 2013 verstorbenen Leipziger Schriftsteller Erich Loest ausgelobt wurde. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert, die Preisverleihung findet am 24. Februar, dem Geburtstag Loests, im Mediencampus Villa Ida der Medienstiftung statt. Die Laudatio hält Andreas Platthaus, verantwortlicher Redakteur für Literatur und literarisches Leben bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Vesper, Guntram_1 (Bogenberger)

Guntram Vesper (Foto: Bogenberger)

Mehr dazu …

24.01.2017


Pressemitteilung 12.01.2017: “Bei ihr hat das Hören das Sehen gelernt”

Günter-Eich-Preis 2017 für das Lebenswerk eines Hörspiel-Autors für Friederike Mayröcker

Leipzig, 12. Januar 2017. Die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig vergibt den “Günter-Eich-Preis” 2017 an die österreichische Schriftstellerin Friederike Mayröcker. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung wird im Rahmen des Sommerfestes der Medienstiftung auf dem Mediencampus Villa Ida in Leipzig stattfinden. Der genaue Termin wird rechtzeitig bekanntgegeben. “Gleich von zwei Sendern wurde Friederike Mayröcker in diesem Jahr für unseren Preis nominiert – entsprechend einhellig fiel auch das Ergebnis der Jury aus”, so Stephan Seeger, Geschäftsführender Vorstand der Medienstiftung und Direktor Stiftungen der Sparkasse Leipzig: “Fast 50 von Friederike Mayröcker seit 1968 erarbeitete Hörspiele belegen, dass sie die Gattung nicht nur ernstgenommen, sondern in vielerlei Richtungen ihre Grenzen ausgelotet und auch verschoben hat.”

Friederike_Mayröcker_2 (Lukas Beck)

Friederike Mayröcker (Foto: Lukas Beck)

Mehr dazu …

12.01.2017


Pressemitteilung 05.11.2016: Ein gehörloser, georgischer “Billy Elliot”

Mariam Chachia gewinnt bei DOK Leipzig den “Next Masters Wettbewerb” 2016 und die Goldene Taube der Medienstiftung

Leipzig, der 5. November 2016. Die georgische Filmemacherin Mariam Chachia gewinnt den “Next Masters Wettbewerb” des 59. DOK Leipzig und damit die mit 10.000 Euro dotierte “Goldene Taube” der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig. Ihr Film “Listen to the Silence” setzte sich unter elf internationalen Produktionen in diesem Wettbewerb durch. In Leipzig erlebte er seine Weltpremiere.

Preisträgerin Mariam Chachia (Foto: DOK Leipzig 2016/ Maiju Saari)

Preisträgerin Mariam Chachia (Foto: DOK Leipzig 2016/ Maiju Saari)

Mehr dazu …

06.11.2016


Solidaritätsadresse der Leipziger Medienpreisträger mit türkischen Journalistinnen und Journalisten

Aufgrund der aktuellen Ereignisse in der Türkei, hat die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig eine Solidaritätsadresse der Preisträger des Preises für die Freiheit und Zukunft der Medien für ihre türkischen Kolleginnen und Kollegen initiiert. Diese Solidaritätsadresse wurde im Rahmen der Verleihung des Preises an Can Dündar und Erdem Gül am 7. Oktober 2016 veröffentlicht. Die Liste der unterzeichnenden Preisträger wird ständig erweitert.

Solidaritätsadresse

Wir, die unterzeichnenden Preisträger des Leipziger “Preises für die Freiheit und Zukunft der Medien”, verurteilen aufs Schärfste die Verfolgung der türkischen Journalisten, Kolumnisten und Autoren Ahmet Altan, Nedim Şener, Erdem Gül und Can Dündar, die Bedrohung der unabhängigen Arbeit Hunderter weiterer türkischer Journalisten sowie die fortdauernde Beschränkung der Meinungs-, Medien- und Pressefreiheit in der Türkei. Die vier Journalisten, jeder für sich Preisträger des Leipziger “Preises für die Freiheit und Zukunft der Medien”, stehen beispielhaft für das massive Vorgehen des türkischen Staatsapparates gegen regierungskritische Medien und Journalisten sowohl vor als auch nach dem gescheiterten Putschversuch vom Juli 2016. Mehr dazu …

01.11.2016


Stiftung

Wer die Entwicklung freier Medien fördern und unterstützen will, muss mehr als nur ökonomische und arbeitsmarktpolitische Aspekte im Blick haben. Bedeutung und Attraktivität entfaltet ein Medienstandort vor allem dann, wenn er für ein Klima steht, in dem die große Verantwortung der Medien für eine freie Gesellschaft als Verpflichtung und Herausforderung zugleich begriffen wird.

Die Sparkasse Leipzig möchte dazu einen Beitrag leisten und beschloss im Frühjahr 1999 die Gründung einer Medienstiftung. Die Stiftung wurde im Rahmen des Festaktes zum 175-jährigen Jubiläum der Sparkasse am 4. Mai 2001 der Öffentlichkeit vorgestellt.

Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Förderung der Aus- und Fortbildung junger Menschen im Bereich der Medien. Dazu gehören die Vergabe von Leistungsstipendien, zum Beispiel im Rahmen des Leipziger Medienpreises, gezielte Projektförderungen und die Organisation von Veranstaltungen zur politischen Bildung, etwa zum Gedenken an die Friedliche Revolution 1989 in Leipzig.

Finanziert werden die Stiftungsprojekte aus den Erträgen des Stiftungsvermögens sowie durch Zuwendungen und Spenden Dritter.

Alljährlich schreibt die Stiftung ihren “Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien” aus. Sie vergibt außerdem den “Axel-Eggebrecht-Preis”, den “Günter-Eich-Preis” und die “Goldene Taube” (die frühere “Talent-Taube”).

Nikolaisäule (Andreas Lamm)

Skulptur “Nikolaisäule” als Symbol des “Preises für die Freiheit und Zukunft der Medien” (Foto: Andreas Lamm)

Diese Seite ausdrucken


Rückblick: Radiowerkstatt Hörspiel 2011

Facts and Fakes im Dialog

Dritte Hörspiel-Werkstatt der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig

Seit Orson Welles am 30. Oktober 1938 auf CBS den von Howard Koch adaptierten Roman “Krieg der Welten” von H. G. Wells als Radioreportage über die soeben erfolgte Invasion der Außerirdischen in New Jersey inszenierte, gehört die tückische Verkleidung erfundener Geschichten ins seriöse Outfit des Nachrichten-Mediums Rundfunk zu den genuinen Erzählformen des Hörspiels. Ja, diese “Pseudo-Features” erfreuen sich seit zehn, fünfzehn Jahren sogar wieder besonderer Beliebtheit.

Stücke wie “Krieg der Wellen” von Roland Schimmelpfennig (HR 2000), “Apokalypse H0 – Der etwas kleinere Weltuntergang” (WDR 1996) und “Pitcher” (WDR 2000) von Walter Filz, “Prozedur 7.7.0″ (SFB 1996) und “Hirsche rufen Jäger, Jäger Hirsche” (Autorenproduktion 2001) von Hermann Bohlen, “Ostblockmädchen” von Petschinka (ORF 2008), “Gras wachsen hören. Das biolingua Institut wird 100 Jahre alt” (SR 2007) vom Liquid Penguin Ensemble – ausgezeichnet mit dem Hörspielpreis der ARD 2008 – oder “Dederisch für alle” (MDR 2009) von Frank Naumann belegen in ihrer Verschiedenheit die vielseitige Produktivität dieser akustischen Maskeraden.

Ihr Stimulans scheint dabei gerade das Missverhältnis zwischen dem dokumentarischen Habitus, der zum Beispiel mit tatsächlichen oder geschickt “getürkten” Original-Tönen oder Außenaufnahmen von realen Schauplätzen unentwegt Authetizität suggeriert, und der solcherart mit radiophonem Siegel als “echt” zertifizierten Geschichte zu sein, die – vom kaum merklichen Ausscheren aus alltagsverbürgtem Realismus bis zur offenbaren Groteske und dem Umkippen in Parodie – unbekümmert bis dreist Erfahrung und Wahrscheinlichkeit auf den Kopf stellt. Im “Fake” sind die fingierten “Facts” selber “übergelaufen” und locken den Hörer auf den mit Fallstricken bespannten Holzweg einer erst irritierten und dann frappierenden Erkenntnis – und reflektieren nebenher das Medium, das sie “zur Kenntlichkeit entstellen”.

Wie aber erarbeitet man sich diese “ohrenscheinliche” Faktizität? Wie lässt sich dokumentarisches Material – Audiofiles aus dem Recorder oder den Datenbänken der Hörfunkarchive – fiktional “umnutzen”? Was stimuliert und was sabotiert dabei Witz und narrative Energieerzeugung? Und was aus dem Hoheitsgebiet der wirklichen Welt gilt es bei solchen “Umwidmungen” zu beachten?

Diese Seite ausdrucken


Presse

Nathalie Wappler Hagen zur Stiftungsrätin der Leipziger Medienstiftung berufen

Leipzig, der 31. Januar 2017. Nathalie Wappler Hagen, Programmdirektorin des Mitteldeutschen Rundfunks am Standort Halle an der Saale, verstärkt ab sofort den Stiftungsrat der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig. “Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit der Medienstiftung, die mit ihrer inhaltlichen Arbeit, mit der von ihr unterstützten Forschungstätigkeit und mit ihren Ausbildungsangeboten eine große Bedeutung für den Medienstandort Leipzig und darüber hinaus erlangt hat. Qualität und Quantität dieses Leistungsspektrums zu erhalten, sehe ich als meine Aufgabe als Stiftungsrätin”, so Nathalie Wappler Hagen. “Mit großer Gestaltungskraft hat Nathalie Wappler Hagen ihre berufliche Erfahrung als Kultur- und Politikjournalistin in den vergangenen Jahren zunehmend in verantwortungsvolle Positionen beim Schweizer Fernsehen, beim deutschsprachigen Gemeinschaftssender 3sat sowie nunmehr als MDR-Programmdirektorin eingebracht. Sie verfügt über ein breites Branchenwissen und wird damit unsere Arbeit sehr bereichern”, freut sich Stephan Seeger, Geschäftsführender Vorstand der Medienstiftung, auf die Zusammenarbeit.

Nathalie Wappler Hagen, 1968 in St. Gallen, Schweiz, geboren, studierte an der Universität Konstanz Geschichte, Kunstgeschichte, Politische Wissenschaften und Germanistik. Ihre ersten Berufsjahre verbrachte sie als Redakteurin und CvD bei der Sendung “Kulturzeit” (3sat) sowie als Redakteurin der ARD-Talkshow “Joachim Gauck”, des ZDF-Kulturmagazins “Aspekte” und der ZDF-Sendung “Maybrit Illner”. Seit 2005 war sie in verschiedenen Funktionen beim Schweizer Fernsehen (seit 2011: SRF) tätig, darunter als Abteilungsleiterin Kultur und Mitglied der SRF-Geschäftsleitung. Sie wirkte als Mitglied der Geschäftsleitung des deutschsprachigen Gemeinschaftssenders 3sat sowie als Aufsichtsrätin des internationalen Programmvermarktungsunternehmens Telepool. Seit 1. November 2016 ist Nathalie Wappler Hagen MDR-Programmdirektorin am Standort Halle an der Saale.

Zur Stiftung

Die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig wurde 1999 gegründet. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Förderung der Aus- und Fortbildung junger Menschen im Bereich der Medien, insbesondere in ihrer Rolle als Träger der Leipzig School of Media gGmbH und Mitbegründer des Europäischen Instituts für Journalismus- und Kommunikationsforschung e. V. Presse- und Medienfreiheit in Europa fördert das von der Medienstiftung maßgeblich initiierte und mitgegründete Europäische Zentrum für Presse und Medienfreiheit (ECPMF).

Die Medienstiftung vergibt darüber hinaus jährlich den Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien an Menschen und Institutionen, die sich mit besonderem Einsatz für die Medienfreiheit einsetzen. Im zweijährigen Wechsel ehrt die Medienstiftung Hörspielautoren und Radio-Feature-Autoren mit dem Günter-Eich-Preis bzw. mit dem Axel-Eggebrecht-Preis. Mit der Goldenen Taube im Rahmen des Next Masters Wettbewerbs des DOK Leipzig Filmfestivals werden jährlich junge Dokumentarfilmer ausgezeichnet. 2017 wird darüber hinaus erstmals der Erich-Loest-Preis vergeben. Erster Preisträger ist der Schriftsteller Guntram Vesper. Der Stiftungsrat der Medienstiftung berät und kontrolliert die Arbeit der Stiftung. Er setzt sich aus Vertretern aus den Bereichen Medien, Kultur und Politik sowie des Vorstandes der Sparkasse Leipzig zusammen.

Diese Seite ausdrucken

Leipziger Medienpreis

Die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig fühlt sich der Erinnerung an die Friedliche Revolution 1989 verpflichtet. Das Recht auf freie Meinungsäußerung und ungehinderte Informationsbeschaffung durch eine freie unabhängige Presse waren zentrale Forderungen der Bürgerrechtler und der Demonstranten auf den Leipziger Montagsdemonstrationen.

Die Stelenausstellung “Orte der Friedlichen Revolution” des “Bürgerkomitees Leipzig e. V.” führen im Leipziger Stadtraum zu 20 Originalschauplätzen des demokratischen Aufbruchs 1989/90, an denen bedeutende Aktionen stattfanden, die zum Sturz der SED-Diktatur beitrugen (weitere Informationen finden Sie hier). Zudem gibt es die App “Leipzig ’89”, die einen GPS-gestützten Rundgang zu den 20 Stelen mit einem Audio-Guide in sechs Sprachen anbietet. Außerdem sind zu den einzelnen Standorten insgesamt über 300 Fotos, Dokumente und Videos abrufbar (zur App “Leipzig ’89” gelangen Sie hier).

Die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig unterstützt die Freiheit der Presse und damit auch die Erinnerung an den Herbst 1989 durch die jährliche Vergabe des “Preises für die Freiheit und Zukunft der Medien”.

Die Verteidigung der Pressefreiheit ist notwendiger denn je. Auch in freien Gesellschaften ist sie nicht ungefährdet: die Muster der Informationsunterdrückung werden subtiler.

Mit weiteren Preisauslobungen – wie der “Goldenen Taube” für den besten Dokumentarfilm eines Nachwuchstalents des Leipziger Dokfilm-Festivals (ehemals “Talent-Taube”), dem “Günter-Eich-Preis” und dem “Axel-Eggebrecht-Preis” – fördert die Stiftung kulturell und qualitativ anspruchsvolle Arbeiten in Schrift, Ton und Film.

Alle Preise der Medienstiftung sind unter dem Oberbegriff “Leipziger Medienpreis” zusammengefasst.

Diese Seite ausdrucken


Europäisches Zentrum für Presse- und Medienfreiheit

Es war auf dem Leipziger Medienkongress, den die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig aus Anlass des zehnjährigen Jahrestages ihres “Preises für die Freiheit und Zukunft der Medien” im Oktober 2010 veranstaltete, als Hans-Ulrich Jörges, Mitglied der Chefredaktion des STERN und Chefredakteur Sonderaufgaben Gruner + Jahr, die Idee eines Europäischen Zentrums für Pressefreiheit in Leipzig erstmals öffentlich ins Spiel brachte. Jörges hatte bereits 2009 die “Europäische Charta für Pressefreiheit” ins Leben gerufen, die von 48 Chefredakteuren und leitenden Journalisten aus 19 Staaten unterzeichnet wurde. Nun sollte ein Zentrum für Pressefreiheit als Umsetzungsinstrument für die Charta folgen.

Leipzig als Keimzelle der Friedlichen Revolution im Osten Deutschlands – hier demonstrierten im Herbst 1989 zehntausende DDR-Bürger gegen die Staatsmacht und forderten unter anderem die Freiheit der Medien – erschien als idealer Standort: mit der Medienstiftung gab es bereits eine Organisation, die sich seit Jahren für die Presse- und Medienfreiheit einsetzt. Die Stiftung knüpft insbesondere mit ihrem seit 2001 vergebenen “Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien” an den Leipziger Geist des Herbstes 1989 an.

Unmittelbar nach dem Kongress 2010 begann die Erarbeitung eines Grobkonzeptes als Grundlage für die Suche nach Unterstützern für das Projekt. Es galt u. a. eine Rechtsform zu finden, die dem Zentrum ein größtmögliches Maß an Unabhängigkeit und Handlungsfähigkeit garantiert. Mit der Kanzlei CMS Hasche Sigle konnte der Stiftungsvorstand einen auch im EU-Recht überaus versierten Partner gewinnen, der bereit war, das Projekt bis zu seiner offiziellen Gründung pro bono zu begleiten. Die Kanzlei CMS Hasche Sigle fand in der Europäischen Genossenschaft (SCE) die geeignete Rechtsform für das Projekt und erstellte einen Satzungsentwurf auf Grundlage der Voraussetzungen, die das Zentrum künftig erfüllen sollte.

Pressekonferenz_Brüssel_30.06.2015 (European Parliament)

Vorstellung des Projektes bei Martin Schulz, Präsident des Europäischen Parlaments, in Brüssel (v.l.n.r.): Dr. Lutz Mükke (Projektkoordinator ECPMF), Hans-Ulrich Jörges (Gruner+Jahr), Maria Laura Franciosi (Ossigeno per l’Informazione), Martin Schulz (Europaparlament), Luisa Chiodi (Osservatorio Balcani e Caucaso), Dr. Harald Langenfeld (Medienstiftung der Sparkasse Leipzig), Margo Smit (VVOJ), Ides Debruyne (Journalismfund.eu), Stephan Seeger (Medienstiftung der Sparkasse Leipzig). Foto: EU-Parlament

Mit dem Europäischen Zentrum für Presse- und Medienfreiheit (kurz: ECPMF) sollen die Streiter für Presse- und Medienfreiheit in Europa eine starke Stimme bekommen. Kernziel des Zentrums ist es, europäische Medienfreiheitsinitiativen und -akteure unter einem gemeinsamen Dach zu vereinen und ihre Aktivitäten zu koordinieren. Das ECPMF dokumentiert mithilfe seiner Mitglieder aus ganz Europa und der Mitarbeiter am Standort Leipzig europaweit Verletzungen der Pressefreiheit und die Verfolgung von Journalisten und informiert sowohl Öffentlichkeit als auch Politik über aktuelle und aufkommende Missstände.

Um das Projekt als europäische Initiative zu etablieren, war die Unterstützung seitens der Europäischen Union von herausragender Bedeutung. Hans-Ulrich Jörges, Christoph Keese (Senior Vice President Investor Relations and Public Affairs der Axel Springer SE) und Stephan Seeger, Geschäftsführender Vorstand der Medienstiftung, fanden im Präsidenten des Europäischen Parlamentes, Martin Schulz, einen herausragenden Fürsprecher. Aus Gesprächen mit weiteren EU-Parlamentariern, stellvertretend seien hier EU-Vizeparlamentspräsident Alexander Graf Lambsdorff und Elmar Brok (Vorsitzender des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten des EU-Parlamentes) genannt, entwickelte sich eine parteiübergreifende Unterstützung im Europäischen Parlament, welches schließlich im Rahmen der Haushaltsberatungen die für das Zentrum notwendigen Mittel in Höhe von einer Million Euro bereitstellte.

Unter der Voraussetzung einer Förderung durch die EU erklärten sich der Freistaat Sachsen und die Stadt Leipzig ebenfalls zu einer finanziellen Förderung des künftigen Zentrums bereit. Mit der Zusage der Medienstiftung für eine finanzielle Förderung war die Grundlage geschaffen, die detaillierte Projektplanung als Voraussetzung für die Antragsstellung bei der EU-Kommission anzugehen und europaweit um Unterstützung bei journalistischen Organisationen, Institutionen und Hochschulen, die sich mit dem Thema Pressefreiheit befassen, zu werben. Hierzu bedurfte es fachkundiger Verstärkung des Stiftungsteams.
Bei der Suche nach einem geeigneten Projektmanager fiel die Wahl auf Dr. Lutz Mükke, welcher der Stiftung als ihr erster Promotionsstipendiat bereits bekannt war. Mit Erfolg machte sich Dr. Mükke an die europaweite Akquise von Projektpartnern. Parallel zur Akquise stand der detaillierte Konzeptentwurf im Zentrum der Arbeit. Neben den bereits erwähnten Förderern Freistaat Sachsen, Stadt Leipzig und Medienstiftung, sagte auch das Auswärtige Amt seine Unterstützung für das Projekt zu. Im Oktober 2013 konnte der Antrag fristgerecht an die EU-Kommission gesendet werden.

Zur Enttäuschung aller Beteiligter, vor allem auch der EU-Parlamentarier, erhielt der Leipziger Antrag 2013 keinen Zuschlag durch die ausschreibende EU-Kommission. Statt eines einzelnen Zentrums wurden verschiedene Projekte und Projektträger gefördert. Nichtdestotrotz entschied der Stiftungsrat der Medienstiftung auf Vorschlag des Stiftungsvorstandes 2014, nachdrücklich von Parlamentspräsident Schulz und den unterstützenden Parlamentariern animiert, am Vorhaben festzuhalten und eine zweite Bewerbung zu wagen. Das Projekt wurde erneut ausgeschrieben, das Konzept noch einmal überarbeitet und als neuer Antrag bei der Kommission eingereicht.

Im März 2015 kam schließlich die Nachricht von der EU-Kommission aus Brüssel, dass die Medienstiftung als Konsortialführer gemeinsam mit Partnern aus drei weiteren europäischen Staaten (Journalismfund.eu, Belgien; Institut für Europäisches Medienrecht, Deutschland; Ossigeno per l’Informazione und Osservatorio Balcani e Caucaso, beide Italien und die South East Europe Media Organisation (SEEMO), Österreich) den Zuschlag für das Europäische Zentrum für Presse- und Medienfreiheit (engl. European Centre for Press and Media Freedom) erhält.

Am 24. Juni 2015 fand in Leipzig die Gründungsversammlung der Europäischen Genossenschaft (SCE) mit der Wahl von Vorstand und Aufsichtsrat statt. Vertreter von über 20 europäischen Journalistenorganisationen, Medienunternehmen und -gewerkschaften sowie Medienwissenschaftler und -anwälte aus zahlreichen europäischen Ländern gehören zu den Gründungsmitgliedern. Die Organisationsform als Europäische Genossenschaft erlaubt Rechtsgültigkeit des Zentrums in allen 28 EU-Mitgliedsstaaten sowie größtmögliche Unabhängigkeit gegenüber staatlichen Institutionen und zugleich direkte Teilhabe der mitwirkenden Organisationen und Initiativen an der Arbeit des Zentrums. Diese Teilhabe drückt sich unter anderem in den Gremien des ECPMF aus: Sowohl Vorstand als auch Aufsichtsrat gehören zahlreiche Vertreter wichtiger europäischer Pressefreiheitsinitiativen an. Die Arbeit des Zentrums wird am Standort Leipzig auf dem Mediencampus Villa Ida, dem Sitz der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig, koordiniert.

Es entspricht der Förderphilosophie der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig, dass das von ihr als Projektträgerin und Antragstellerin maßgeblich entwickelte und finanziell geförderte Projekt mit der Eintragung der gegründeten Genossenschaft in das Genossenschaftsregister und der damit einhergehenden vollen Rechtsfähigkeit in die eigenverantwortliche Unabhängigkeit übergeht. Die Stiftung wird das ECPMF auch in Zukunft im Rahmen ihrer Möglichkeiten nach Kräften unterstützen. Die Stiftung dankt der Kanzlei CMS Hasche Sigle, der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO, Herrn Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Hartwig Künckeler sowie dem deutschen Genossenschaftsverband in Frankfurt am Main für ihre kompetente und entgegenkommende Unterstützung.

Stephan Seeger
Geschäftsführender Vorstand der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig
Direktor Stiftungen der Sparkasse Leipzig

Weitere Informationen: www.ecpmf.eu und twitter.com/ECPMF

Mitglieder des ECPMF

  • Galina Arapova, Direktorin des Mass Media Defence Centre (MMDC), Russland
  • Mogens Blicher Bjerregaard, Präsident der European Federation of Journalists (EFJ)
  • Federica Delogu, Journalistin beim Ossigeno per l’informazione, Italien
  • Vesselin Dimitrov, stellvertretender Chefredakteur bei Forbes Bulgarien
  • Jodie Ginsberg, Chief Executive des Index on Censorship, Großbritannien
  • Nadine Gogu, Geschäftsführerin des Independent Journalism Center, Republik Moldau
  • Esad Hećimović, Investigativreporter und Redakteur bei OBN TV Sarajevo, Bosnien-Herzegowina
  • Hans-Ulrich Jörges, Mitglied der Chefredaktion des STERN sowie Chefredakteur Special Affairs bei Gruner+Jahr, Deutschland
  • Henrik Kaufholz, Mitbegründer und Manager von SCOOP, Dänemark
  • Christoph Keese, Senior Vice President der Axel Springer SE, Deutschland
  • Dr. Harald Langenfeld, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Leipzig und der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig, Deutschland
  • Gavin MacFadyen, Direktor des Centre for Investigative Journalism, University of London, Großbritannien
  • Răzvan Martin, Koordinator des FreeEx Program bei ActiveWatch, Rumänien
  • Anthony McNicholas, Senior lecturer an der Faculty of Arts, Design and Media, University of Westminster, Großbritannien
  • Kerstin Mey, Dekanin der Faculty of Arts, Design and Media, University of Westminster, Großbritannien
  • Dr. Helga Montag, Mitglied des Vorstandes von Journalisten helfen Journalisten e. V., Deutschland
  • Dr. Lutz Mükke, Hauptgeschäftsführer des ECPMF
  • Balázs Nagy Navarro, freier Journalist, Ungarn
  • Peter Noorlander, Geschäftsführer der Media Legal Defence Initiative (MLDI)
  • Prof. Dr. Stephan Ory, Direktor des Instituts für Europäisches Medienrecht (EMR), Deutschland
  • Dr. Georgios Pleios, Professor und Leiter der Abteilung Communication and Media Studies an der National and Kapodistrian University Athen, Griechenland
  • Vladimir Radomirovic, Chefredakteur von Pištaljka, Serbien
  • Renate Schröder, Direktorin der European Federation of Journalists
  • Stephan Seeger, Geschäftsführender Vorstand der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig, Deutschland
  • Naser Selmani, Direktor der Association of Journalists of Macedonia, Mazedonien
  • Ljiljana Smajlović, Präsidentin der Journalists’ Association of Serbia, Serbien
  • Trine Smistrup, Projektmanagerin, Journalismfund, Belgien
  • Margo Smit, freie Investigativjournalistin, Ombudsfrau beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk NOS, Niederlande (vormals Direktorin der Dutch-Flemish Association of Investigative Journalists (VVOJ))
  • Martin Stoll, Präsident von Öffentlichkeitsgesetz.ch, Schweiz
  • Dr. Dirk Voorhoof, Professor für International Media Law, Gent University, Belgien
  • Oliver Vujovic, Generalsekretär von SEEMO, Österreich
Diese Seite ausdrucken

Kontakt

Medienstiftung der Stadt- und Kreissparkasse Leipzig

Menckestraße 27
D-04155 Leipzig

Tel.: +49 341 – 5629 661
Fax: +49 341 – 5629 663
info(at)leipziger-medienstiftung.de

Diese Seite ausdrucken

Mediencampus

Das von der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig errichtete Gebäude im Stadtteil Gohlis bildet mit der historischen Villa Ida, dem eigentlichen Stiftungssitz, ein interessantes Ensemble, das Altes mit Neuem verbindet.

Der “Mediencampus Villa Ida” ist Sitz der “Leipzig School of Media” (LSoM), einer Tochtergesellschaft der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig. Die LSoM ist das Kompetenzzentrum für akademisch fundierte Weiterbildung im Bereich Crossmedia. In Masterstudiengängen sowie Kursen und Schulungen bildet sie auf einem exzellenten wissenschaftlichen Niveau berufstätige Arbeitnehmer und Medienschaffende aus Agenturen, Redaktionen, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen berufsbegleitend weiter. Die Angebote werden in Kooperation mit der Universität Leipzig und der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) organisiert und betreut. www.leipzigschoolofmedia.de

Darüber hinaus steht der “Mediencampus Villa Ida” als moderner und exklusiver Veranstaltungsort für Workshops, Seminare, Tagungen und Empfänge für bis zu 240 Personen zur Verfügung. Der “Mediencampus Villa Ida” ist nach dem Baukastenprinzip konzipiert worden. Die beiden Veranstaltungssäle im Erdgeschoss und zwei der drei Seminarräume im ersten Obergeschoss sind durch mobile Wände getrennt, die sich bei Bedarf schnell entfernen lassen. Für Ihre Veranstaltungen können wir so die optimalen Voraussetzungen schaffen, egal ob konzentrierte Seminaratmosphäre, repräsentatives Plenum oder Festveranstaltung.

Unsere Räume sind mit modernster Präsentationstechnik ausgestattet. Die organisatorische und technische Betreuung Ihrer Veranstaltung wird durch unser kompetentes Team gewährleistet. Für die Übernachtung vor Ort stehen den Dozenten, Referenten, Studenten und Ihren Gästen vier Appartements zur Verfügung.

Das Hotel Michaelis Leipzig betreibt unser “Restaurant Campus” und ist zudem Exklusivpartner für das Catering aller Veranstaltungen. Ob Konferenz, Seminar oder Empfang – das Team des Hotel Michaelis Leipzig unterbreitet Ihnen gern ein entsprechendes Angebot.

Mediencampus Villa Ida
Hotel Michaelis

Diese Seite ausdrucken